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Katers Welt

Sonderkolumne der Deka 

Katers Welt

Sonderkolumne der Deka 

In seiner wöchentlichen Kolumne gibt Dr. Ulrich Kater, Chefsvolkswirt der DekaBank - dem Wertpapierhaus der Sparkassen - seine Einschätzung zu aktuell relevanten Themen. 

Mai 2019

Kernthema Risiko ist zurück

Für die Börsen ist tatsächlich die relative Ruhe, die die Osterzeit über herrschte, passé. Dabei sind es keine neuen und schon gar keine erfreulichen Geschichten, die die Finanzmarktteilnehmer aktuell erzählt bekommen: Der Konflikt zwischen den USA und China verschärft sich weiter – nicht zuletzt dadurch, dass nun der chinesische Telefonriese Huawei auf einer schwarzen Liste der Amerikaner steht. In Europa lässt die italienische Regierung ihr Haushaltsdefizit aus dem Ruder laufen. Die Briten ringen mit einer geschwächten Regierungschefin May beinahe verzweifelt um Lösungen für den Brexit. Verschärftes Säbelrasseln gegenüber dem Iran schürt ebenfalls Unsicherheiten. Aber: Die europäischen Börsen weisen eine positive Wochenbilanz auf. Die internationalen Notenbanken sollen es richten, so die Markteinschätzung. Die Renditen von Bundesanleihen gaben entsprechend weiter nach.

Politik bestimmt das Geschehen

Dominierend für die Finanzmärkte werden in der kommenden Woche die Schlagzeilen zu allen politischen Risiken sein. Passend dazu stehen für den deutschen Aktienmarkt frische Stimmungsindikatoren zur Veröffentlichung an. Wahrscheinlich sind einige Antworten für das ifo Geschäftsklima und die Einkaufsmanagerindizes vor den allerjüngsten politischen Eskalationen abgegeben worden. Insofern sollte es nicht überraschen, wenn die Stimmung in den Unternehmen sich schlechter zeigt als vor einem Monat. Ob die Notenbankphantasie oder die festeren Frühindikatoren der OECD die Märkte weiter tragen, bleibt abzuwarten.

17. Mai 2019

Zölle blockieren Aktienkurse

Es war eine dramatische Woche an den Börsen, die ganz im Zeichen des Handelskonflikts zwischen den USA und China stand. Mitten in den laufenden Verhandlungen hat US-Präsident Trump angekündigt, bei einem unbefriedigenden Verhandlungsverlauf den Zollsatz für chinesische Importe von 10 auf 25 Prozent zu erhöhen. Bereits am Donnerstag trat diese Maßnahme in Kraft. Die Börsen reagierten mit deutlichen Abschlägen. In Asien war schon während der vergangenen Woche ein Abwärtstrend zu verzeichnen gewesen, deshalb fielen die Reaktionen auf die Umsetzung der Zollankündigung in den vergangenen Tagen nicht mehr sehr heftig aus. Die Märkte in den USA und in Europa reagierten mit Abschlägen in der Größenordnung von etwa 5 Prozent. Von Panik konnte jedoch keine Rede sein, zumal die Märkte nach einem langen Aufwärtstrend in diesem Jahr ohnehin reif für eine Korrektur waren.

Mit Spannung erwartet: Wachstumszahlen für Deutschland

Kurzfristig hängt die weitere Entwicklung an den Aktienmärkten natürlich am Fortgang der Handelsgespräche. Die Möglichkeit einer Einigung ist auch nach den jüngsten Ereignissen längst nicht vom Tisch. Mittelfristig werden allerdings – unabhängig vom Ausgang der Gespräche – andere Einflussfaktoren wieder die Regie an den Märkten übernehmen. Zwar sind neue Handelsschranken auch für den Wirtschaftsverlauf nicht hilfreich, entscheidend verändern dürften sie die Konjunkturentwicklung allerdings nicht. Wie weit sich diese weltweit weiter stabilisiert, werden in der kommenden Woche die Daten zum Wachstum in Deutschland und die Frühindikatoren der OECD anzeigen.

10. Mai 2019

Aufbruchsstimmung Fehlanzeige

Für die Aktienmärkte sind die konjunkturellen Aussichten stets ein wichtiger Orientierungsmaßstab. Ebenso wichtig ist aber auch, was die Unternehmen daraus machen. In dieser Woche gab es da gemischte Informationen. Weiterhin dümpeln die konjunkturellen Umfragewerte in den Industrieunternehmen lustlos vor sich hin. Nicht nur in Deutschland, sondern auch in den meisten anderen Ländern kommt keine rechte Aufbruchsstimmung auf. Glücklicherweise laufen in den Dienstleistungssektoren die Geschäfte gut, sodass im Euroraum und in den USA das Wachstum ordentlich ausfällt. Mittlerweile haben viele Unternehmen ihre Berichte über das erste Quartal vorgelegt. Dabei schlagen zwar viele die gesetzten Erwartungen, allerdings waren diese durch die Konjunkturdiskussion bereits relativ niedrig. Alles in allem quittierte der DAX diese Entwicklungen mit einem weiteren moderaten Anstieg.

Inflationsdaten im Fokus

Der Dreh- und Angelpunkt der gegenwärtigen Kapitalmarktentwicklungen liegt in der weltweit sehr niedrigen Inflation. Würde diese ansteigen, kämen Kurse von Aktien und Anleihen ins Trudeln. Allerdings sieht es danach nicht aus, wie auch die Inflationszahlen aus den USA in der kommenden Woche bestätigen werden. Die Inflationsrate der US-Verbraucherpreise lag zu Beginn des Jahres mit 1,5 % unter der Zielmarke der Notenbank. Insbesondere die Energiepreise waren hierfür maßgeblich verantwortlich. Lässt man Energie- sowie Nahrungs-mittelpreise außen vor, dann dürfte der Preisanstieg weiterhin sehr moderat ausfallen.

03. Mai 2019

April 2019

Gemischte Signale und neue Rekorde

Positive Unternehmensberichte

Die nachösterliche Woche hatte es in sich: Eine Fülle von Daten prasselte auf die Märkte ein – mit unterschiedlichen Signalen. In der laufenden Berichtssaison zum ersten Quartal erreichte der US-Technologieindex NASDAQ nach starken Ergebnissen von Microsoft und Facebook ein neues Allzeithoch. Allerdings kamen viele positive Überraschungen eher dadurch zustande, dass die Erwartungen im Vorfeld deutlich niedriger waren. Alles in allem können die Unternehmensergebnisse die schlimmsten Befürchtungen einer weltweiten Konjunkturabkühlung entkräften, allzu viel Optimismus ist aus ihnen jedoch nicht herauszulesen. In diese Richtung deutete auch die neue Stimmungslage in den deutschen Unternehmen. Der ifo Geschäftsklimaindex ging entgegen den Erwartungen leicht zurück und dämpfte damit Hoffnungen auf eine schnelle Konjunkturbelebung.

US-Daten stehen im Mittelpunkt

Der US-Arbeitsmarktbericht für April dürfte erneut zeigen, dass die Wirtschaft dort unverändert gut wächst. Die jüngsten Arbeitsmarktindikatoren haben sich im Vergleich zum Vormonat sogar wieder etwas verbessern können. Der vergangene Winter hat die Beschäftigungsentwicklung netto stärker als sonst üblich belastet. Deshalb dürfte ein Nachholeffekt für einen leicht überdurchschnittlichen Beschäftigungsaufbau sorgen. Im Vergleich zu dem Wirbel, den der Kurswechsel der US-Notenbank in den vergangenen Monaten ausgelöst hat, wird der Zinsentscheid in der kommenden Woche eher von Langeweile geprägt sein. Ebenfalls unspektakulär dürften die BIP-Zahlen im Euroraum ausfallen, die weiterhin auf moderates Wachstum hindeuten.

26. April 2019

Frühlingserwachen an der Börse

Ein Großteil der Einbußen an den Aktienmärkten ist inzwischen wieder wettgemacht. Dazu hat auch die letzte Handelswoche vor Ostern beigetragen. Der DAX etablierte sich über der Marke von 12.000 Punkten, in den USA gerieten die historischen Höchststände ins Blickfeld. Unterstützt wird diese Erholung von wieder kräftigeren Konjunktursignalen. In China, von wo die weltweiten Konjunkturängste ausgegangen waren, zeigt mittlerweile die Industrieproduktion wieder aufwärts. In Europa allerdings gestaltet sich diese Stimmungsaufhellung nur schleppend, wie die Einkaufsmanagerindizes für April zeigten. Zwar sind Risikothemen wie Brexit oder die Handelsbeziehungen der USA mit China zumindest vorübergehend entschärft, und die Niedrigzins-Perspektiven der Geldpolitik unterstützen die Kurse. Allerdings sind die Konjunktursignale noch nicht überzeugend genug, um die Börsenampeln eindeutig auf Grün zu stellen.

Wichtige Daten bei dünnen Märkten

Die Osterwoche wird geringe Umsätze an den Finanzmärkten und damit auch nur beschränkte Aussagekraft der Kursentwicklung mit sich bringen. In so einer Umgebung können Wirtschaftsdaten allerdings auch zu größeren Ausschlägen führen. Der in der kommenden Woche veröffentlichte ifo Geschäftsklimaindex für April ist ein geeigneter Kandidat hierfür. Die Vorzeichen sind gemischt, ob der deutschen Wirtschaft ein Stimmungsumschwung gelingt. Ein weiterer Rückschlag würde an den Aktienmärkten Spuren hinterlassen.  Dagegen werden schwache US-Wachstumszahlen für das erste Quartal die Börsianer kaum schocken. Vor dem Hintergrund des Behördenstillstands im Januar gilt dies als Ausrutscher.  

18. April 2019

Geruhsam, gemächlich, gelassen

Es macht offenkundig überhaupt keinen Sinn, sich aufzuregen. Weder über die Briten noch über die Europäische Zentralbank. Das haben sich auch die Aktienmärkte gedacht und verlebten eine relativ ruhige und richtungslose Woche. Denn die beiden „Hingucker“ mahnten zur Geduld. Zum einen hat die Europäische Zentralbank bestätigt, dass die Wartezeit bis zur ersten Zinserhöhung ergiebig ausfallen wird. Auch ohne hektische Ankündigung neuer Maßnahmen bleibt doch die Gewissheit, dass die Euro-Währungshüter noch längere Zeit eher auf der unterstützenden, also börsenberuhigenden Seite bleiben wollen. Geduld haben auch die EU-Politiker auf ihrem Gipfel mit den Briten bewiesen. Der Geduldsfaden reißt nun frühestens am 31. Oktober, dem neuen (spätesten) Termin für den EU-Austritt des Vereinigten Königreichs.  

Und wenn die Konjunktur doch hält?

In der kommenden Woche dürften Konjunkturindikatoren und die beginnende Berichtssaison in den USA im Fokus der Aktienmärkte stehen. Und das verspricht insofern Spannung, als dass Rückgänge und Abwärtsrevisionen sowohl bei den Wirtschaftsdaten als auch bei den Unternehmensgewinnen allmählich an ein Ende kommen sollten. Zumindest dann, wenn unser Hauptszenario eintritt und sich die globale Expansion fortsetzt – zwar mit geringerem Schwung, aber ohne Rezession. So sind die Augen der Marktteilnehmer auf die ZEW-Konjunkturerwartungen, das chinesische Bruttoinlandsprodukt und die US-Einzelhandelsumsätze gerichtet.

12. April 2019

Aufwärts … trotz schlechter Daten

Die Erholung geht weiter: Der Dax hat die 12.000er Marke wieder geknackt. Und das trotz des Einbruchs der Auftragseingänge in der deutschen Industrie, der insbesondere aus dem Ausland kam und damit die Sorgen vor der internationalen Industrierezession weiter schürte. Die Auflösung liegt darin, dass die jetzt veröffentlichten Daten für den Februar gelten. Mittlerweile ist die Wirtschaft jedoch mehr als einen Monat weiter und viele Marktteilnehmer meinen, bereits Stabilisierungssignale aufgefangen zu haben. Zudem haben inzwischen die Notenbanken Unterstützung für Wirtschaft und Märkte angedeutet. Es spricht also viel für eine weitere Erholung der Kurse im Jahresverlauf. Allerdings könnte die Entwicklung bis dahin noch das eine oder andere Schlagloch aufweisen, wenn eine der kommenden Konjunkturzahlen auch mal wieder schlechter ausfällt.

Brexit: Der Augenblick der Wahrheit naht

Ein Sondergipfel der Europäischen Union könnte in der kommenden Woche die Voraussetzungen für eine nochmalige Verschiebung der Brexit-Entscheidung legen. Sollte das britische Parlament einem Verbleib in der Zollunion zustimmen, könnte es mit dem Austritt zügig vorangehen. Anderenfalls könnte es auch eine lange Verschiebung um etwa ein Jahr geben, um eine neue Austrittsstrategie zu finden. In beiden Fällen wird das Thema für Wirtschaft und Märkte jedoch als Risiko deutlich heruntergestuft werden. Von der Sitzung der Europäischen Zentralbank ist nicht allzu viel Neues zu erwarten, nachdem die Perspektive einer Zinswende gerade im vergangenen Monat nach hinten verschoben worden war.

05. April 2019

März 2019

Paukenschlag der Europäischen Zentralbank

Bei der Europäischen Zentralbank geht es weiter mit dem Rückzug vom Rückzug: In der vergangenen Woche dachten die Währungshüter laut über Erleichterungen für das Bankensystem bei Belastungen aus dem negativen Einlagenzinssatz nach. Die Märkte interpretierten dies so, dass der negative Zinssatz noch lange bleiben wird. Damit ist allen Hoffnungen auf ein absehbares Ende der Null- und Negativzinswelt erneut ein Dämpfer verpasst worden. An den Anleihemärkten sanken prompt die Renditen. Doch die Aktienmärkte reagierten kaum. Derweil hat die erneute Abstimmungsniederlage der britischen Regierung im Parlament am Freitag zwar das Risiko eines harten Brexits ohne Austrittsvertrag am 12. April zunehmen lassen, doch bleibt die Wahrscheinlichkeit dafür weiterhin recht gering. Einer deutlichen Verlängerung der Austrittsfrist mit einer Teilnahme Großbritanniens an den Europawahlen Ende Mai würde die EU bei dem für den 10. April avisierten Sondergipfel voraussichtlich zustimmen. Neben dem Brexit-Drama stehen die konjunkturellen Perspektiven in dieser Woche im Mittelpunkt des Interesses. Zum Beispiel in China, wo die am Wochenende veröffentlichten offiziellen Einkaufsmanagerindizes zwar angestiegen sind, aber der Außenhandel seit November schwächelt. Die Mehrwertsteuersenkung in China zum 1. April dürfte aber die Wirtschaft in den kommenden Quartalen stützen. In Deutschland werden Produktionsdaten für den Januar veröffentlicht, und in den USA werden die Märkte anhand der Arbeitsmarktentwicklung am Freitag Gelegenheit zur Standortbestimmung haben. 

30. März 2019

Die US-Notenbank hat entschieden

Konjunkturindikatoren hatten es diese Woche schwer, an den Finanzmärkten durchzudringen. Unerfreulich sind die am Freitag gemeldeten deutlichen Rückgange bei den europäischen Einkaufsmanagerindizes dennoch. Hingucker war indes die amerikanische Notenbank: Die Fed hat sich entschieden, den amerikanischen Leitzins in diesem Jahr nicht mehr anzuheben. Auch die Reduzierung der Zentralbankbilanz soll schon ab Oktober eingestellt werden. Die Anleihen- und Devisenmärkte reagierten lehrbuchmäßig auf diesen ersten Schritt einer geldpolitischen Normalisierung: Die Renditen kurzläufiger Staatsanleihen gaben nach und der US-Dollar verlor gegenüber dem Euro. Damit trägt die Notenbank den vielen Risikothemen Rechnung. Die Aktienmärkte kamen letztlich eher uneinheitlich durch die Woche.

Kaugummi-Strategie beim Brexitvorgehen

Man mag kaum mehr zusehen, aber sowohl der Brexit als auch die Handelsgespräche zwischen den USA und China ziehen sich wie Kaugummi in die Länge. Damit lösen sich die Risikothemen eben auch nicht schon bald auf, die Unsicherheiten bleiben für die Börse erhalten. Einmal mehr stehen in den nächsten Tagen die Abstimmungen im britischen Parlament im Fokus. Die eigentliche Deadline, der 29. März, ist zwar mit dem jüngsten EU-Gipfel Makulatur geworden, nun ist der 12. April der neue 29. März. Am Montag könnte zunächst aber das ifo Geschäftsklima die Stimmung am Frankfurter Börsenparkett vorgeben, Rückgänge sind hier wahrscheinlich.

22. März 2019

Politikchaos ohne Einflüsse auf die Märkte

Wer will was im politischen Chaosbetrieb in London? Für das britische Unterhaus ist bloß eine Sache klar, die aber an den Finanzmärkten die einzig wichtige Botschaft ist: Es gibt keinen Brexit ohne Austrittsvertrag. Damit bestätigte sich, was an den Märkten in den vergangenen Wochen schon zunehmend in den Kursen eingepreist wurde. Insbesondere an der Aufwertung des britischen Pfundes konnte dies abgelesen werden. Wie es nun genau mit den Austrittsbemühungen der Briten weitergeht, ist für die Wertpapierkurse nicht mehr so wichtig. An einer anderen Politikfront dagegen gab es keine Fortschritte. Im Handelsstreit zwischen den USA und China wurden die Entscheidungsfristen verlängert. Zwar gibt es erst einmal keine Zollerhöhungen seitens der USA gegenüber chinesischen Importen, eine Einigung ist aber noch weit entfernt. Die Finanzmärkte nahmen es gelassen: Aktien und Anleihen beenden die Woche leicht erholt.

Brexit: Eine Frage des Wann …

Der Alptraum geht weiter: Theresa May wird die EU um eine Verlängerung der Austrittsfrist über den 29. März hinaus bitten. Bis spätestens 20. März will die britische Regierung den ‚May-Deal‘ dem Parlament zur dritten Abstimmung vorlegen. Wird ihr ‚Deal‘ angenommen, strebt May eine Verschiebung des Austritts bis zum 30. Juni an. Andernfalls will sie um eine längere Verschiebung bitten. In der kommenden Woche werden die Marktteilnehmer jedoch mehr auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank (Fed) schauen und wie diese die wirtschaftliche Lage in den USA bewertet. Ein Indiz zur europäischen Stimmung in der Wirtschaft liefern am Freitag die Einkaufsmanagerindizes. Hier erhoffen sich die Beobachter Antwort auf die Frage, ob es mit den negativen Konjunkturnachrichten langsam ein Ende hat.

15. März 2019

EZB schickt Renditen in den Keller

Überraschung am Donnerstag beim Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB): Nicht, dass die Leitzinsen angepasst worden wären. Jedoch hat die EZB ihre Projektionen für das Wirtschaftswachstum und die Inflationsrate deutlich nach unten korrigiert und geht deshalb auch von einer langsameren Annäherung an das Inflationsziel von 2 Prozent aus. War dies tendenziell so erwartet worden, ließen neue langfristige Refinanzierungsgeschäfte die Renditen an den Rentenmärkten fallen. Auch der Euro notierte schwächer. Die Konjunktursorgen sind bei den Notenbanken jüngst gestiegen, obwohl die in dieser Woche veröffentlichten Konjunkturdaten keineswegs einheitlich ausgefallen sind. Positiv zu erwähnen sind hier insbesondere die Einkaufsmanagerindizes für das nicht-verarbeitende Gewerbe. Gegenüber der Industrie sieht es bei den Dienstleistern ordentlich aus. 

Nächste Abstimmungsrunde zum Brexit

Jetzt haben die britischen Parlamentarier es wieder einmal in der Hand, den Brexit termingerecht zum 29. März zu vollziehen. Dafür müssten sie am Dienstag dem ‚Deal‘ mit der EU zustimmen. Dies bleibt unwahrscheinlich, denn die Anpassungen am ‚Deal‘ seit der letzten Ablehnung waren eher kosmetischer Natur. Daher wird an den beiden folgenden Tagen wohl derart weiter abgestimmt, bis es vermutlich zu einer Verschiebung des Austrittstermins kommt. Die Unsicherheit für die Märkte zieht sich in die Länge, aber ein harter Brexit wird unwahrscheinlicher. Dennoch dürfte die aktuelle Konjunkturskepsis der Notenbanken die Börsen weiterhin beschäftigen.

08. März 2019

Angespannte Ruhe

An den Finanzmärkten sind in diesen Wochen viele Bälle in der Luft. Alle wollen beobachtet werden, und so herrschte in den vergangenen Tagen angespannte Ruhe. Bundesanleihen legten in der Rendite etwas zu und die Bewegungen an den Aktienmärkten fielen leicht positiv aus. Die gemeldeten Stimmungsindikatoren boten ein gemischtes Bild mit teils leichten Rückgängen, aber auch einzelnen positiven Überraschungen. Ähnlich verhielt es sich bei den diversen politischen Themen. Das Treffen zwischen US-Präsident Trump und dem nordkoreanischen Machthaber Kim ging aus wie das Hornberger Schießen. Im britischen Polittheater zum Brexit sieht es etwas besser aus. Nach Einlassungen von EU-Seite und den Abstimmungen in dieser Woche hat sich die Wahrscheinlichkeit für einen ungeordneten harten Brexit nennenswert verringert.

Die EZB gibt ein Stimmungsbild ab

Am Donnerstag tagt der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) und befindet über die weitere Geldpolitik. Hierzu liegen ihm neue makroökonomische Projektionen vor. Abwärtsrevisionen beim erwarteten Wirtschaftswachstum sollten den Notenbankern genügen, um ihre Kommunikation dahingehend anzupassen, dass die Leitzinsen mindestens bis Ende des Jahres auf ihren derzeitigen Niveaus bleiben werden. Am Freitag richtet sich der Blick dann auf die Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts. Bei soliden Beschäftigungszuwächsen könnte sich die Furcht vor einer Rezession – und damit auch die Anspannung an den Märkten – etwas legen.

01. März 2019 

Februar 2019

Nicht zu früh freuen!

Das grundsätzlich freundliche Marktumfeld hielt auch in den vergangenen Tagen an. Bei den veröffentlichten Konjunkturdaten ist nach Monaten des Rückgangs vor allem bei den Stimmungsindikatoren – wohlwollend betrachtet – eine Art Bodenbildung erkennbar. So legte der Einkaufsmanagerindex für Deutschland leicht zu. Der ifo Geschäftsklimaindex hat hingegen noch einmal leicht nachgegeben. Dieses uneinheitliche Bild und die damit verbundenen verhaltenen Inflationsperspektiven lassen die Notenbanken zunächst etwas geduldiger agieren, was die weitere Normalisierung der Geldpolitik angeht. Dies nehmen die Akteure am Aktienmarkt positiv zur Kenntnis. Zu früh freuen sollte man sich indes nicht. Denn ob die Konjunktur tatsächlich allen Risiken standhält, ist final noch nicht geklärt. Es dürfte noch einmal etwas ruppiger an den Märkten werden.

Neue Kapitel im Brexit-Krimi: Das britische Parlament tagt am Mittwoch

Die Berichtssaison ist in den USA so gut wie abgeschlossen und in Europa zumindest so weit vorangeschritten, dass das Bild deutlich erkennbar ist: Die Gewinne der Unternehmen übertreffen die Vorjahresniveaus zum Teil deutlich, aber die Perspektiven werden nach wie vor noch nach unten revidiert. Ob sich hier die Gewinnschätzungen stabilisieren, hängt auch von den politischen Ereignissen ab. So wird am kommenden Mittwoch im britischen Parlament wieder zum Brexit diskutiert und über Anträge abgestimmt. Auch gilt es für die Märkte, die angekündigte Einigung zwischen den USA und China im Handelskonflikt zu bewerten.

22. Februar 2019 

Seitwärts – Stigma der Rezession vorerst gebannt

Die Aktienmärkte standen in den letzten Tagen ganz im Zeichen der Konjunkturnachrichten. So ging die Konsumnachfrage der privaten Haushalte in den USA im Dezember zurück. Allerdings sind es immer noch wenig Zahlen, die den verbreiteten Konjunkturängsten Nahrung geben. In Deutschland konzentrierte sich alles auf die Wachstumszahlen aus dem vierten Quartal 2018. Zwar fiel das Ergebnis mit einem Nullwachstum gegenüber dem Vorquartal mager aus, gleichwohl wurde immerhin das Stigma der Rezession – zwei negative Quartale in Folge – vermieden. Insgesamt fehlt es für dieses Jahr an einem klaren wirtschaftlichen Trend, weswegen es auch an den Märkten eher bei einer Seitwärtsbewegung bleiben sollte. Das gilt auch für die Zinsen, die fest an der Nulllinie kleben.

Ifo Geschäftsklima im Blickpunkt

Die Konjunktur bestimmt auch die Ereignisse in der bevorstehenden Börsenwoche. Die Stimmung bei den europäischen Unternehmen hat sich schon seit einiger Zeit deutlich verschlechtert. Es gibt vorsichtige Anzeichen einer Bodenbildung bei den Euroland-Einkaufsmanagerindizes im Februar, aber für viel mehr dürfte es nicht reichen, denn die Unsicherheitsfaktoren für die europäische Wirtschaft sind nach wie vor zahlreich. Das trifft auch auf die deutschen Unternehmen zu, daher sollte das deutsche ifo Geschäftsklima im Februar nochmals leicht nachgeben. In den USA werden die Protokolle der jüngsten Notenbanksitzung hoffentlich darüber Aufschluss geben, warum die US-Notenbank ihre Kommunikation seit der letzten Zinserhöhung Mitte Dezember vergangenen Jahres so drastisch aufgeweicht hat, dass die Märkte jetzt sogar Zinssenkungen erwarten.

15. Februar 2019 

Keine Entwarnung an den Aktienmärkten

Die anfänglich freundliche Entwicklung in den USA sowie in Europa in dieser Woche hielt nicht lange. Zu negativ waren die Meldungen aus der Konjunktur. In Deutschland steht es weiterhin Spitz auf Knopf, ob die Wirtschaft im vierten Quartal 2018 überhaupt gewachsen ist. Anderenfalls wäre es das zweite Quartal in Folge, in dem die Wirtschaft schrumpft, was eine technische Rezession bedeuten würde. Technisch deswegen, weil es Sonderfaktoren waren, die in Deutschland im vergangenen Jahr auf dem Wachstum lasteten. Ohne eine Verbesserung der konjunkturellen Stimmung und ohne Klarheit über den Ausgang des festgefahrenen Brexit-Verfahrens dürften alle Erholungsversuche an den Börsen wohl vergeblich bleiben.

Trübe Aussichten beim Brexit

Die Stunde der Wahrheit für die deutsche Konjunktur schlägt in den nächsten Tagen, denn am Donnerstag wird das Statistische Bundesamt die Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt für das vierte Quartal veröffentlichen. Ob das Wachstum nun negativ sein wird oder nicht: es wird schwach ausfallen. Die belastenden Sonderfaktoren, etwa in der Automobilproduktion, dürften jedoch langsam auslaufen, so dass die deutsche Konjunktur danach wieder Fahrt aufnehmen sollte. In den vergangenen Wochen haben mehr und mehr Unternehmen über die Unsicherheiten beim Brexit geklagt. Mit einer Zustimmung im britischen Parlament zum vielleicht noch etwas verbesserten Deal könnte diese Unsicherheit beendet werden. Die Aussichten dafür sind jedoch so undurchsichtig wie der berühmte Londoner Nebel.

08. Februar 2019 

Hammer aus den USA

Der Börsenhammer der Woche schlug in den USA zu. Die US-amerikanische Notenbank (Fed) verkündete eine Zinspause und ließ damit ihren Leitzins unverändert. An den Aktienmärkten wurde dies bereits als Beendigung des gegenwärtigen Zinsstraffungskurses der Fed interpretiert. Entsprechend freundlich fiel die Kursreaktion an den US-Börsen aus. Hierzulande allerdings hielten sich die positiven Effekte in Grenzen. Obwohl auch die Europäische Zentralbank deutliche Signale in Richtung Verschiebung von Zinserhöhungen gegeben hat, belasten doch die dunklen konjunkturellen Regenwolken den Börsenhimmel. Die Stimmungsindikatoren in Euroland haben ihren Abwärtstrend noch nicht beendet. Für Deutschland deuten sie kaum noch einen Zuwachs der Wirtschaftsleistung an. Die Unsicherheiten rund um den Brexit tragen da auch nicht zur Stimmungsverbesserung bei. 

Erster Stimmungstest im Februar: Sentix-Finanzumfrage

Nach enttäuschenden Umfrageindikatoren in der Eurozone im Januar richtet sich in der kommenden der Blick auf den Februar. Die Sentix-Finanzmarktumfrage zu Konjunkturlage und -erwartungen für die Eurozone eröffnet den Reigen der monatlichen Erhebungen und ist somit der erste Stimmungstest des Monats. Verglichen mit der vergangenen Umfrage zeigen sich die Aktienmärkte in merklich besserer Verfassung. Da allerdings zuletzt die Konjunkturindikatoren deutlich enttäuschten und die Prognosen spürbar nach unten korrigiert wurden, sollten die Erwartungen dennoch weiter fallen. Die Lageeinschätzung dürfte allein schon aufgrund ihres immer noch hohen Werts weiter nachgeben, sodass in der Summe das Sentix-Konjunkturklima abermals sinkt. 

1. Februar 2019

Januar 2019

Durchwachsene Konjunktur und niedrigere Zinsen

Obwohl die großen politischen Themen Brexit und Handelsstreit eine Auszeit nehmen, war es eine ereignisreiche Woche an den Kapitalmärkten. Die Konjunktur im Euroraum überraschte weiterhin mit Negativmeldungen. Die Umfragen zur Stimmung in der deutschen Industrie deuteten erstmals auf eine Stagnation, wenn nicht gar Schrumpfung hin. Ursache ist insbesondere die schlechte Lage im Automobilsektor. Die deutschen Autobauer haben sich immer noch nicht vom herbstlichen Produktionseinbruch im Zusammenhang mit den neuen Umweltstandards erholt. Daneben wird immer mehr deutlich, dass die Bestellungen für deutsche Industriegüter aus China schwächeln. Dass der Dax in dieser Börsenwoche trotzdem recht freundlich dreinblickte, lag an etwas anderem. Als Reaktion auf die schwachen Konjunktur- und Inflationsdaten sagte die Europäische Zentralbank ihre erste Zinserhöhung für dieses Jahr quasi ab. Das trieb Anleihe- und Aktienkurse nach oben.

Inflationsrückgang im Euroraum

Bedingt durch den Shutdown in den USA werden dort zurzeit nur wenige makroökonomische Daten veröffentlicht. Der Arbeitsmarktbericht für Januar ist hiervon jedoch nicht betroffen. In den Vereinigten Staaten gilt als beschäftigt, wer bezahlt wird oder arbeitet. Im Falle von 380.000 Staatsdienern ist dies durch den erzwungenen Stopp vieler Regierungsgeschäfte im vergangenen Monat nicht der Fall. Daher werden die Jobzahlen am Freitag deutlich nach unten verzerrt sein. Auch die US-Notenbank wird sich nach ihrem Zinsentscheid am Mittwoch schwertun, eine eindeutige Einschätzung zu geben. Und es gibt gute Nachrichten für die Verbraucher im Euroraum: Die Inflation wird wieder deutlich zurückgehen – auf einen Wert von knapp über einem Prozent.

25. Januar 2019 

Politische Lösungen gesucht

Politische Hängepartien, gegenseitige Schuldzuweisungen und Unklarheiten wo man nur hinschaut. Am Dienstag erlitt Premierministerin May eine laute Absage für ihren Deal eines geordneten Brexits. Aber schon am Folgetag erhielt sie das Vertrauen ihrer Partei als Regierungschefin geschenkt. Weiter so! Nur wie? Der Plan B soll in den nächsten Tagen präsentiert werden. Ein weiteres politisches Zerwürfnis sorgt in den USA dafür, dass die Behörden weiter geschlossen bleiben (Shutdown). Dass die Bevölkerung den Republikanern den Schwarzen Peter hierfür gibt, ficht Präsident Trump nicht an. Zurück in die EU: Ein mühevoll überstandenes Misstrauensvotum gegen den griechischen Regierungschef Tsipras hat den Finanzmärkten ebenfalls wenig Anlass gegeben, den guten Jahresstart unbekümmert fortzusetzen. Seitwärts ging es beim Deutschen Aktienindex und auch bei den Renditen von Bundesanleihen.

US-Berichtsaison könnte Impulse für die Börse liefern

Impulse für die Börsen könnten in der nächsten Woche, neben den politischen Risiken, von den Berichten der US-Unternehmen ausgehen. Mit starken Zahlen wartete der Bankensektor auf. US-Konjunkturdaten sind durch den Shutdown Mangelware. Weil die Angestellten nicht entlohnt werden, gehen sie auch nicht zur Arbeit. So richtet sich der Blick auf die Veröffentlichung des Bruttoinlandsprodukts in China und das ifo Geschäftsklima in Deutschland. Mögliche Belastungen aus dem Handelskonflikt zwischen den USA und China werden beäugt, mögliche Rezessionssorgen dort hineininterpretiert. Ihre Sicht der Dinge wird uns die Europäische Zentralbank am Donnerstag mitteilen und für Aufmerksamkeit an den Märkten sorgen.

18. Januar 2019 

„Deal or No Deal“

Die Aktienmärkte starten erste Erholungsversuche. Nach fulminantem Beginn in der Vorwoche konnte sich der Dax um einige Prozent verbessern und das erhöhte Niveau halten – ohne allerdings zu einer kräftigen Erholungsrallye anzusetzen. Aber dies kann noch kommen, denn mittlerweile sind die Enttäuschungen der Konjunktur an den Aktienmärkten verarbeitet worden. Diese Enttäuschungen haben sich mit den jüngsten Daten fortgesetzt: Ein weiter zurückgehendes Wirtschaftsvertrauen von Unternehmen und Konsumenten im Euroraum und rückläufige Produktionszahlen aus dem gerade beendeten Kalenderjahr prägten das Bild. Die Konsequenz daraus: Wenn es ganz dumm läuft, dann muss Deutschland Ende Januar eine sogenannte technische Rezession melden. Rezession deswegen, weil das Wachstum zwei Quartale hintereinander im negativen Bereich lag, technisch, weil diese Rückgänge aus Sonderfaktoren wie den Produktionsverzerrungen im Automobilsektor herrührten und nicht von Dauer sind.

 Der bange Blick Richtung Großbritannien

„Deal or No Deal, das ist hier die Frage“ – so lautet das Motto einer spannenden neuen Börsenwoche. Das britische Parlament stimmt über den von der britischen Regierung mit der Europäischen Union ausgehandelten Austrittsvertrag ab. Dieser Vertrag legt lediglich die Bedingungen für die danach beginnenden Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen fest. Diese von der Regierung May ausgehandelten Bedingungen sind aber vielen Parlamentariern zu strikt. Eine Ablehnung ist daher sehr wahrscheinlich. Dann geht es in die erste Verlängerung mit weiteren Abstimmungen. Sollte bis Ende März keine Einigung erzielt werden, ist der harte Brexit automatisch da. Das würde vorübergehend an den Börsen deutliche Reaktionen hervorrufen.

12. Januar 2019 

Keine guten Vorsätze

Zumindest an der Börse hält sich die Einlösung guter Vorsätze für das neue Jahr zu Beginn [noch] in Grenzen. Die Kurse für Staatsanleihen schossen nach oben, das bedeutet allerdings nur, dass die Zinserwartungen aufgrund von Konjunkturängsten weiter nach unten gerichtet sind. An den Aktienmärkten waren die alten Probleme auch die neuen: Unternehmen berichten jetzt von den Auswirkungen der im vergangenen Jahr erlassenen Handelsbeschränkungen, die Konjunkturausblicke bleiben mit Unsicherheit behaftet und im Vereinigten Königreich wird weiterhin der harte Brexit geprobt. Dass hierüber keine rechte Stimmung aufkommen will, ist verständlich. Irgendwann wird auffallen, dass die Welt nun wiederum auch nicht so schwarz ist, wie sie jetzt gemalt wird. Wann die Buntstifte wieder ausgepackt werden ist allerdings noch nicht gewiss.

Stimmung im Euroraum taucht in den Normalbereich ein

Die bevorstehenden Wirtschaftsdaten dürften nicht dazu angezeigt sein, die gegenwärtige Negativspirale zu durchbrechen. Aus dem November 2018 gibt es deutsche Produktionsdaten, die wahrscheinlich einen Rückgang der hiesigen Leistung im produzierenden Gewerbe ausweisen werden. Das Economic Sentiment, ein Stimmungstest bei Verbrauchen und Unternehmen im Euroraum, dürfte im Dezember einen guten Teil der Abwärtsbewegung anderer Stimmungsindikatoren nachgeholt haben und in den Normalbereich eingetaucht sein. In den USA ist die Inflationsrate der Verbraucherpreise im Dezember 2018 – erstmals seit Sommer 2017 – unter das Inflationsziel der US-Notenbank in Höhe von 2,0 Prozent gerutscht.

04. Januar 2019 

Dezember 2018

Versöhnliches Jahresende? Fehlanzeige!

Eine solche Konstellation wie 2018 – mit Verlusten über fast alle Anlageklassen hinweg – hat es an den Finanzmärkten nur selten gegeben. Deutsche Aktien, gemessen am DAX, fielen im Jahresverlauf von rund 13.000 Punkten auf unter 10.400 Punkte. Unternehmensanleihen wiesen auch im hochverzinslichen Bereich ein Minus aus. Gold, Silber und Rohöl haben sich verbilligt. Lediglich mit Staatsanleihen war in diesem Jahr etwas Geld zu verdienen, insbesondere mit den guten alten deutschen Bundesanleihen. US-Präsident Trump hat es zum Jahresende wieder einmal geschafft, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen: Kurz vor Weihnachten ist die dritte US-Haushaltssperre in diesem Jahr in Kraft getreten, denn Trump knüpft seine Unterschrift unter den Überbrückungshaushalt an die Bedingung, dass fünf Milliarden US-Dollar für den Bau der Grenzmauer zu Mexiko bereitgestellt werden.  

Neues Jahr mit alten Themen

Die US-Haushaltssperre dürfte wohl über den Jahreswechsel hinaus anhalten. Die Einkaufsmanagerindizes in den weltgrößten Volkswirtschaften China und USA werden zum Jahreswechsel einen Einblick in die Unternehmensstimmung gewähren. Für eine Wende zum Besseren fehlen aber die Argumente. Denn altbekannte Themen begleiten uns nahtlos ins neue Jahr: Der Handelskonflikt ist trotz Atempause nicht gelöst. Den Brexit in geordnete Bahnen zu lenken, wird immer mehr zu einem Wettlauf gegen die Zeit. Und schließlich werden die Notenbanken den Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik weiter verfolgen. Für Anleger bauen sich allerdings gerade mit den Kurskorrekturen an Aktien- und Anleihemärkten neue Möglichkeiten auf.

28. Dezember 2018

Kein Weihnachtsgeschenk von der Börse

An den Börsen wollte in der zurückliegenden Woche einfach keine Weihnachtsstimmung aufkommen. Vielmehr kamen auch noch die über das Jahr hinweg noch gut gelittenen US-Börsen unter die Räder. Die Nachrichten aus der Politik bleiben inkonsistent – seien es die Entscheidungen von US-Präsident Trump, seien es die finanzpolitischen Querelen zwischen Italien und der EU-Kommission, oder sei es die Brexit-Perspektive. Makroökonomisch gab es einen Hingucker mit der Sitzung der US-amerikanischen Notenbank Fed. Diese hat die Zinsen erwartungsgemäß angehoben, den moderaten konjunkturellen Ausblick weitgehend bestätigt und den weiteren Zinserhöhungspfad etwas flacher gezeichnet. Dies reichte den Märkten aber nicht. Sie hatten mit dem Ende der Zinserhöhungen geliebäugelt, also ging es auch aus diesem Grund südwärts auf dem Aktienparkett.  

Zwischen den Jahren sind keine Sternschnuppen in Sicht

Zwischen Weihnachten und Silvester stehen keine nennenswerten Ereignisse im Wirtschaftskalender. Zeit zur Besinnung und zum Durchschnaufen, mag man meinen. Wenn indes die amerikanischen Aktienmärkte noch etwas durchschnaufen im Sinne von nachgeben, dann könnte dieser Monat als schlechteste Dezember in die Börsengeschichte eingehen. Bisher erging es Aktionären in den USA nur im Jahr 1931 etwas schlechter. Kurzfristige Stimmungsaufheller von politischer Seite stehen nicht auf der Agenda. Immerhin ist die Bewertung für Aktien spürbar attraktiver geworden, auch wenn die Gewinnerwartungen nachgegeben haben.

21. Dezember 2018

Austritts-Chaos

Eine Woche im Brexit-Fieber. Eine verschobene Abstimmung in London und weiterhin Ratlosigkeit angesichts der eigentlich vorhersehbaren Schwierigkeiten, die Zollunion mit Irland und damit auch mit der Europäischen Union zu verlassen. Die Auswirkungen eines harten Brexits auf die Finanzmärkte wären heftig, insbesondere im Vereinigten Königreich selbst. Trotz des Chaos bleibt ein harter Brexit weiterhin die am wenigsten wahrscheinliche Variante – nach einer Annahme des „Deals“ oder einer Verschiebung der Entscheidung. Gute Nachrichten, etwa die verbesserten Aussichten im Handelsstreit zwischen den USA und China, nehmen die Märkte gegenwärtig kaum auf. Wichtig war in dieser Woche auch der sich verdichtende Eindruck, dass die geldpolitische Wende kleiner und kürzer ausfällt als erwartet. Nach der US-Notenbank (Fed) kommunizierte auch die Europäische Zentralbank (EZB) eher vorsichtig über Konjunkturperspektiven und Möglichkeiten zu Zinserhöhungen.

Stimmungstest bei hiesigen Geschäftsklima

In der neuen Woche steht mit dem ifo Geschäftsklimaindex ein Stimmungstest der deutschen Konjunktur bevor. Die Nachrichtenlage schwankt zwischen Sorge und Erleichterung. So waren zuletzt Meldungen von US-chinesischen Verhandlungen oder einem leichten Einlenken der italienischen Regierung im Haushaltsstreit geeignet, die Stimmung aufzuhellen. Doch gleichzeitig findet eine öffentlichkeitswirksame Abwärtsrevision von Konjunkturprognosen statt und der Brexit nimmt immer chaotischere Züge an. Vorweihnachtliche Freude will da nicht aufkommen. Schließlich wird die Fed sehr wahrscheinlich ihre vierte Leitzinserhöhung in diesem Jahr beschließen. Spannend wird der Ausblick, den sie damit verbindet.

14. Dezember 2018 

Öl ins Feuer

Die zurückliegenden Handelstage waren nichts für schwache Nerven. War der G20-Gipfel mit Blick auf die Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China noch halbwegs konstruktiv ausgegangen, blieb das Aufatmen an den Börsen nur von sehr kurzer Dauer. Mit der Verhaftung der Finanzchefin des chinesischen Telekommunikationsausrüsters Huawei in Kanada auf Geheiß der USA, wird deutlich, dass die USA bereit sind, Öl ins Feuer zu gießen und den Konflikt mit China auf eine neue Ebene zu heben. Es sind die Sorgen vor einer Eskalation des Konflikts, die die Nervosität an den Märkten hoch halten. Auch der Ölpreis geriet unter Druck. Der Grund: Die OPEC konnte sich am Donnerstag nicht auf ein festes Kürzungsziel einigen. Die USA bringen mehr Angebot an den Ölmarkt. Ende November sind die Amerikaner zum ersten Mal seit 70 Jahren zu einem Öl-Nettoexporteur geworden, was den Ölpreis zusätzlich belastet.

Blick richtet sich Richtung London und Brüssel

Vermutlich bietet die Europäische Zentralbank am bevorstehenden Donnerstag etwas Ruhe für die Märkte. Wenn sie bei den Stabsprojektionen allein energiepreisbedingt ihre Inflationsprognosen reduziert, ansonsten aber ihren hinreichend gelassenen Konjunkturausblick bestätigt, würde das schon guttun. Von anderen Stimmungsindikatoren wie Einkaufsmanagerindizes wird der Marktfokus indes in Richtung London und Brüssel gelenkt: Das britische Parlament soll bei aller Zerstrittenheit bezüglich des Brexits am Dienstag über das Austrittsabkommen abstimmen. Am Donnerstag dürfte die italienische Finanzpolitik ein sensibler Diskussionspunkt sein.

07. Dezember 2018 

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