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Katers Welt

Sonderkolumne der Deka 

Katers Welt

Sonderkolumne der Deka 

In seiner wöchentlichen Kolumne gibt Dr. Ulrich Kater, Chefsvolkswirt der DekaBank - dem Wertpapierhaus der Sparkassen - seine Einschätzung zu aktuell relevanten Themen. 

Januar 2020

Wie gewonnen, so zerronnen

Die Aktienwoche begann mit einem Paukenschlag. Mit 13.640 Punkten erreichte der DAX im Handelsverlauf ein neues Allzeithoch. Jedoch war der Jubel noch nicht verklungen, da zog sich das Börsenbarometer auch schon wieder zurück. Auch die Renditen an den Anleihemärkten sanken als Ausdruck von Flucht der Anleger in sichere Häfen. Die Ängste vor den Auswirkungen der hoch ansteckenden Lungenkrankheit aus China überschatteten den sonst eigentlich positiven Wirtschaftsausblick. Man dachte zurück an die Pandemie der SARS-Krankheit aus dem Jahr 2003, die in einigen asiatischen Ländern sogar die gesamtwirtschaftliche Entwicklung abgebremst hatte. Zum Wochenausklang erholten sich die Märkte allerdings wieder.

Neues Kapitel

Die Nachrichten aus China über die gesundheitliche Bedrohungslage werden von den Börsianern weiterhin aufmerksam verfolgt werden, wenngleich die Wahrscheinlichkeit für eine allenfalls geringe mögliche Beeinträchtigung der wirtschaftlichen Aussichten spricht. Ein weiteres Thema der kommenden Woche wird die Veröffentlichung des wichtigsten deutschen Wirtschaftsbarometers, des ifo-Geschäftsklimas sein. Dieses wird voraussichtlich eine weitere Erholung anzeigen. Und am Freitag ist dann endlich der Austrittstermin des Vereinigten Königreichs aus der EU erreicht und damit der Beginn eines neuen Kapitels britischer und europäischer Geschichte.

Frankfurt, 24.01.2020 

Optimisten bekommen Recht

Der Konjunkturhimmel hellt sich auf. Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes deuten darauf hin, dass das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland auf den letzten Metern des vergangenen Jahres nicht mehr gesunken ist. Die Stimmungsindikatoren zeigen erstmals seit gut einem Jahr wieder nach oben und selbst für das gebeutelte Exportgeschäft gibt es erste Anzeichen der Besserung. Dies nicht zuletzt, weil sich auch in den jüngsten Zahlen aus der chinesischen Volkswirtschaft ein stabiles Wachstum – verbunden mit mehr Investitionen – herauslesen lässt. Alles zusammen bestätigt die Arbeitshypothese der Börsianer, dass zum anhaltenden Niedrigzinsumfeld auch ein solides wirtschaftliches Fundament hinzukommt. Aus dieser Kombination ergeben sich gute Aussichten für die Aktienmärkte.

Freundliche Konjunktursignale bitte

Die Handelsvereinbarungzwischen den USA und China ist von den Börsen schon vor der Unterzeichnung
honoriert worden. Nun schauen die Marktteilnehmer auf die Großwetterlage. In der kommenden Woche stehen hier die Stimmungsindikatoren im Mittelpunkt des Interesses. Neben dem Einkaufsmanagerindex der europäischen Industrie, steht als zweites Highlight die Sitzung des EZB-Rates, bei der über die Neuausrichtung der geldpolitischen Strategie beraten wird, auf der Agenda.

Frankfurt, 17.01.2020 

Turbulent, aber erfolgreich

Bereits zu Beginn des Jahres spiegelten sich an den Finanzmärkten wesentliche Themen des Jahres: In den USA markierte der Aktienleitindex Dow Jones in den ersten Handelstagen gleich mehrere neue Allzeithochs, in Australien gerieten die Buschfeuer außer Kontrolle und mit der Attacke auf den wichtigsten General des Irans hatte die Welt ihre erste geopolitische Krise des neuen Jahres. Jeder dieser Vorfälle deuten auf breitere Trends, die die Märkte im gesamten Jahresverlauf beschäftigen werden hin: Die hohe Bewertung von Aktien setzt sich fort. Angesichts eines möglichen Politikwechsels in den USA häufen sich die politischen Börsen. Schließlich greifen Klima- und Nachhaltigkeitsthemen immer stärker in die Veränderungen von Vermögenswerten und damit ins Marktgeschehen ein. In dieser Woche ging es gut aus: Der Dax näherte sich seinem Allzeithoch von 13.597 Punkten.

‚Kleine‘ Einigung im Handelsstreit

Die schrittweise Einigung zur Deeskalation des Handelskonflikts zwischen den USA und China soll am 15. Januar besiegelt werden. Die Aussicht darauf hat in den vergangenen Wochen an den Finanzmärkten bereits für Erleichterung gesorgt. Das Wachstum in Deutschland ist dadurch 2019 trotzdem verhagelt worden. In der kommenden Woche wird die Veröffentlichung des Bruttoinlandsprodukts zeigen wie stark. In den USA dürfte die Jahresteuerungsrate im Dezember mit 2,3 Prozent ihren höchsten Stand seit gut einem Jahr erreicht haben – einen Wechsel hin zu einer strafferen Geldpolitik und damit höheren Zinsen bedeutet dies jedoch nicht.

Frankfurt, 10. Janurar 2020 

Frohes neues Börsenjahr?

Nach dem grandiosen Börsenjahr 2019 wäre es für die Aktienmärkte hilfreich, wenn eher ruhigere Töne in der Geopolitik angeschlagen würden und die Konjunkturindikatoren wieder etwas mehr Zuversicht ausstrahlen. Dazu passen die Verlautbarungen von US-Präsident Trump, Mitte Januar ein erstes Handelsabkommen mit China unterzeichnen zu wollen sowie seine Reiseabsichten zum Weltwirtschaftsforum nach Davos. Sah dies zunächst nach kooperativeren Schritten aus, so hat doch die amerikanische Militärattacke im Iran die politische Risikowahrnehmung an den Märkten schlagartig wieder anspringen lassen. Der schwelende Konflikt in der Region könnte mit weiteren Eskalationen zumindest kurzfristig eine Belastung für die Aktienmärkte werden.  

Freundliche Konjunktursignale gewünscht  

Für das neue Jahr spielen an den Finanzmärkten die Konjunkturperspektiven eine zunehmende Rolle. Denn die Erwartungen, dass eine Rezession vermieden wird, sollten Bestätigung finden. Zur Veröffentlichung steht insbesondere der US-Arbeitsmarktbericht an, der ebenso wie der ISM-Index für das Nicht-verarbeitende Gewerbe von Robustheit zeugen dürfte. Die deutschen Produktionsdaten fallen für November zwar leicht positiv aus, ändern aber nichts an der Schwäche in der Industrie. Weder für die Aktien- noch für die Zinsmärkte sind wesentliche Impulse von den Inflationsdaten in Euroland abzusehen. Die Geopolitik dürfte kommende Woche die Märkte eher bewegen.

Frankfurt, 3. Januar 2020

Dezember 2019

Feierlaune

Es ist der entspannte Jahresausklang eines turbulenten, aber aus Kapitalmarktsicht mehr als versöhnlichen Jahres. Die zur Jahresmitte überraschende Kursänderung der Notenbanken hin zu einer wieder expansiveren Geldpolitik versetzte die europäischen Anleihe- und Aktienmärkte im Verlauf des Jahres in Feierlaune. In Deutschland fehlte beim DAX nicht viel zum Allzeithoch, an den US-Aktienmärken wurden die Rekordniveaus sogar geknackt. Dabei half auch, dass sich die geopolitischen Nebelschwaden rund um den Brexit und um den Handelskonflikt zwischen den USA und China gegen Ende des Jahres zumindest vorerst gelichtet haben. Das Jahr enttäuschte zwar aus konjunktureller Sicht, doch das durchaus erfolgreiche Kapitalmarktjahr 2019 kann mit Fug und Recht mit einer ordentlichen Jahresausklangsparty verabschiedet werden.

Nullzinswüste

2020 wird zeigen, ob sich die Sonne gegen den geopolitischen Nebel durchsetzen kann. Ebenso spannend bleibt auch der Konjunkturverlauf: Wird es im neuen Jahr gelingen, die Weltkonjunktur zu stabilisieren und wieder mehr Schwung in die Weltwirtschaft zu bringen? Wie immer wird es in der ersten Kalenderwoche hierzu erstmal wenig neue Informationen geben. Aber eins scheint klar: Die Nullzinsen stehen bereit, das neue Jahrzehnt zu begrüßen und auch ein längeres Stück weit zu begleiten. Anleger müssen sich also auch 2020 in der Nullzinswüste zurechtfinden und nach Renditeoasen suchen.

Frankfurt, 27.12.2019 

Bye, bye, … Britain!

Nach dem deutlichen Wahlerfolg der Konservativen in Großbritannien, hat der Brexit für Premierminister Johnson die höchste Priorität. Kurz vor Weihnachten wurden insofern noch einmal rasch politische Pflöcke eingerammt. Leider kehrt unmittelbar das Risiko des Austritts ohne Abkommen mit Wucht zurück, denn bis Ende 2020 wird ein neues Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und Großbritannien kaum verhandelt sein können. Und eine Verlängerung der Übergangsfrist kommt für Johnson aktuell nicht in Frage. Diese Nachricht hätte die Märkte negativ beeinflussen können, wäre da nicht der Anstieg des ifo Geschäftsklimas in Deutschland und die gute Nachricht von der Handelsfront: Die USA und China haben statt weiterer Eskalation die sogenannte erste Phase der großen Übereinkunft erreicht. So schwangen sich zumindest amerikanische Börsen zu neuen Höchstständen auf.

Weihnachtliche Ruhe
An den Märkten wird es ruhiger. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Wertpapierkäufe für dieses Jahr bereits eingestellt und der Datenkalender ist stark ausgedünnt. Aber: In den Niederlanden hat der Nikolausabend eine deutlich höhere Bedeutung als Weihnachten. So kommt es, dass der Welthandelsmonitor von Centraal Planbureau an Heiligabend veröffentlicht wird. Danach dürfte die Jahresveränderungsrate der globalen Industrieproduktion erstmals seit der großen Finanzkrise 2009 im negativen Terrain landen und eine globale Industrie-Rezession anzeigen. Davon lassen wir uns die weihnachtliche Stimmung aber nicht verderben.

Frankfurt, 20.12.2019 

Erste EZB-Sitzung unter neuer Präsidentin

Die vorgezogene Neuwahl in Großbritannien ist sicherlich ein bemerkenswertes Ereignis in dieser Woche. Diese hat die Möglichkeit zu Fortschritten im Brexit-Prozess gebracht. An den Devisenmärkten wurde dieses Ereignis erwartet, der Pfund Wechselkurs hatte bereits in den vergangenen Wochen fester tendiert. Diese Bewegung wird durch die Gewissheit des Wahlausgangs jetzt weiter unterstützt. Wichtiger für die Finanzmärkte war die erste EZB-Zentralbanksitzung unter Leitung der neuen Präsidentin Lagarde und ihre Aussagen zur Geldpolitik. Diese waren sehr vorsichtig und deuteten keine neue Richtung der Geldpolitik und damit für die Zinsen im Euroland an. Insgesamt blieben die Bewegungen an Aktien- und Rentenmärkten sehr moderat. Für eine wesentlich größere Kursbewegung sorgte der von US-Präsident Trump angekündigte Durchbruch beim Zollstreit, der eine Übereinkunft in einer ersten Stufe vorsieht. Damit ist ein zumindest vorläufiges Ende von nach oben drehenden Zollspiralen besiegelt. Sollte es zu dieser Einigung kommen, dürfte es dazu führen, dass sich die konjunkturellen Stimmungsindikatoren weiter leicht aufhellen.

Letzte wichtige Konjunkturindikatoren in diesem Jahr

Kine Rezession, sondern eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau dürften die Einkaufsmanagerindizes für den Dezember im Euroraum andeuten. Ergänzt werden die Daten durch das deutsche Ifo-Geschäftsklima. Der Handelskonflikt mit den USA und der Verzicht auf umfangreiche Konjunkturprogramme seitens des chinesischen Regierung haben 2019 zu einem Rückgang des Wachstums der chinesischen Industrieproduktion geführt. Angesichts eines niedrigen Oktober-Werts und des jüngsten Anstiegs der chinesischen Einkaufsmanagerindizes dürfte sich das Wachstum der Industrieproduktion im November leicht beschleunigt haben.

Frankfurt, 13.12.2019 

Angeschlagene Automobilbranche

Nach wie vor beherrscht das Ping-Pong um eine erste Einigung im US-chinesischen Handelsstreit die täglichen Ausschläge an Aktien- wie Anleihemärkten. Insgesamt trat der Dax mehr oder weniger im Wochenverlauf auf der Stelle. Die Nachrichten aus der Industrie hellen sich weiter auf, mit einer Ausnahme: In Deutschland zeigt sich immer deutlicher, dass die Probleme des Automobilsektors tiefer gehen als bislang wahrgenommen. Absätze und Produktion in der deutschen Vorzeigebranche gehen deutlich zurück. Das verheißt nichts Gutes für die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts im laufenden vierten Quartal. Die Richtung an den Aktienmärkten wird in den kommenden Monaten davon abhängen, ob die Weltwirtschaft den bisherigen moderaten Wachstumskurs weiter fortsetzen kann.

Erste EZB-Sitzung unter Präsidentin Lagarde

Es ist mal wieder eine Woche der Zentralbanken. Die amerikanische Zentralbank wird bei ihrem letzten Zinsentscheid in diesem Jahr – nach drei Senkungen in Folge – keine Änderung an ihrem Leitzinsintervall mehr vornehmen. Etwas mehr Spannung versprechen hingegen die Leitzinserwartungen des US-Zentralbankrats, denn an den Märkten wird weiterhin eher mit weiteren Zinssenkungen gerechnet. In Europa richten sich die Blicke auf Frankfurt: Bei ihrer ersten Ratssitzung der EZB mit Christine Lagarde als Präsidentin dürfte sich das Gremium um Kontinuität bemühen. Die Aussagen zu den zukünftigen Leitzinsen und Wertpapierkäufen sollten unverändert bleiben. Highlight aus britischer Sicht sind die vorgezogenen Neuwahlen am Donnerstag.

Frankfurt, 06.12.2019 

November 2019

Unaufgeregt 

Eine Woche ohne große Aufreger hat dem deutschen Aktienmarkt einen ruhigen Verlauf beschert. Konjunkturelle Frühindikatoren deuten weiter darauf hin, dass der starke Abwärtstrend in der Industrie erst einmal gebrochen ist. Ob dies aber nur eine Verschnaufpause auf dem Weg nach unten ist, oder tatsächlich bessere Zeiten für die deutsche Produktion anbrechen, ist längst noch nicht entschieden. Die Aktienmärkte hatten diese Entwicklung allerdings bereits in den vergangenen Wochen mit Kursaufschlägen quittiert. An den Anleihemärkten hat sich der Seitwärtstrend auf niedrigem Niveau fortgesetzt. Noch gibt es keine Aussagen der neuen EZB-Spitze zu Veränderungen in der Geldpolitik, und die Daten lassen eine neue Ausrichtung auf absehbare Zeit auch nicht erwarten.  
 
Öl, Aufträge, Arbeitsmarkt

Vom halbjährlichen OPEC-Treffen in der kommenden Woche kann man erwarten, dass die Produktionsobergrenze vorerst nicht gesenkt wird. Allerdings steigt der Druck für freiwillige Produktionskürzungen, um so zu verhindern, dass der Ölmarkt in eine Überversorgung gerät und der Ölpreis damit unter Druck gerät. Zahlen zu Auftragseingängen und Industrieproduktion in Deutschland werden am Freitag Aufschluss darüber geben, ob sich die bereits jetzt längste Industrierezession fortsetzt. Der US-Arbeitsmarktbericht für November dürfte weiterhin bestätigen, was viele Marktteilnehmer schon erahnen, nämlich, dass sich die US-Wirtschaft auf einem relativ soliden Wachstumspfad befindet.

Frankfurt, 29. November 2019

Impulse für die Börse? Fehlanzeige

Eine recht datenarme Woche bot für die Finanzmärkte keine nennenswerten Impulse, was die Konjunkturperspektiven angeht. Bei nur spärlichen frisch gemeldeten Indikatoren hätten geopolitische Themen den Börsen eine Richtung geben können: Quasi täglich gab es neue Wasserstandsmeldungen zu den Handelsgesprächen zwischen den USA und China. Im Fernsehen konnte man sich ein Bild machen, wie die Anhörungen zur Ukraine-Affäre für US-Präsident Trump laufen und wie sich der britische Regierungschef Johnson im Wahlkampf schlägt. An den Börsen nahm man dies alles indes gelassen und mithin ohne erwähnenswerte Bewegung in der Wochenbilanz. Im jeweiligen Tagesverlauf gab es hingegen teilweise beträchtliche Ausschläge und Gegenbewegungen. Diese waren dann aber maßgeblich positionsgetrieben und fundamental – wenn überhaupt – nur wenig begründbar.

Bestätigung für konjunkturelle Bodenbildung gesucht

In der anstehenden Woche dürften mal wieder Konjunkturdaten die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Für die Aktien- und Anleihemärkte gilt, dass sie sich nach Bestätigung für eine Bodenbildung in der Konjunktur und das Ende von Prognoserevisionen nach unten sehnen. Gleich am Montag könnte das ifo-Geschäftsklima dazu passen und die Marktstimmung in der Handelswoche prägen. Zum Wochenschluss richtet sich der Blick auf die Inflationsentwicklung in der Eurozone. Etwas festere Preisdaten würden den Marktteilnehmern ebenso gefallen wie der Europäischen Zentralbank, die seit Jahren ihrem Inflationsziel hinterherhinkt.

Frankfurt, 22. November 2019 

 

Märkte im Seitwärtsmodus

Weiterhin warten die Finanzmärkte auf weißen Rauch aus Washington, was eine erste Einigung im Handelsstreit mit China angeht. Auch über die angedrohten Autozölle gegenüber Europa muss noch entschieden werden. Und so blieben die Aktienmärkte mangels weiterer Impulse im Seitwärtsmodus. Auch die Nachricht, dass die deutsche Wirtschaft im dritten Quartal eine Rezession vermeiden konnte, lockte die Börsianer nicht aus der Reserve. Dafür war die gemeldete Steigerung des BIP um 0,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal zu gering. Zwar deuten viele Wirtschaftsindikatoren darauf hin, dass die weltweite Schwäche der Industrie sich nicht vertieft. Von einem kräftigen Aufschwung ist jedoch weit und breit nichts zu sehen. Vor diesem Hintergrund setzte sich der Anstieg der Kapitalmarktrenditen aus den vergangenen Wochen nicht fort. Wirtschaft und Märkte befinden sich im Seitwärtsmodus.

Unsichere Aussichten für die europäische Konjunktur

Für die kommende Woche werden entscheidende Signale über den Abschluss eines Handelsabkommens zwischen den USA und China erwartet. Frische Informationen über die Konjunktur gibt es erst gegen Ende der Woche. Die europäische Wirtschaft hat im dritten Quartal die schwache Konjunkturdynamik aus dem zweiten Quartal fortgeschrieben. Zahlreiche Unsicherheitsfaktoren belasten weiter die Konjunktur in Euroland. Darauf dürften auch die Einkaufsmanagerindizes für den November hinweisen. Wahrscheinlich bleibt es bei einem schwachen Wachstumssignal für den Euroraum.

Frankfurt, 15. November 2019

Weiter aufwärts

Die Hinweise auf eine konjunkturelle Stabilisierung verdichten sich. Produktion, Exporte und Auftragseingänge weisen weltweit wieder leicht nach oben, die Stimmung in den Unternehmen hat sich leicht aufgehellt. Dazu tragen auch die friedlicheren Töne aus dem Handelsstreit zwischen den USA und China bei. Im besten Fall könnte eine Einigung bei einer Reihe von strittigen Punkten sogar zu einer Rücknahme von Strafzöllen führen. Die Aktienmärkte quittierten die Entwicklung mit Begeisterung. In den USA wurden neue Rekordmarken erreicht, auch beim DAX kommt das Allzeithoch von 13.560 Punkten in Sichtweite. Umgekehrt stiegen an den Anleihemärkten die Renditen deutlich an, selbst wenn es für eine positive Rendite bei der 10-jährigen Bundesanleihe noch nicht reichte. Nach der langen Phase der Niedergeschlagenheit in diesem Jahr kann die Erleichterungsrallye noch etwas anhalten.

Konjunkturdaten im Rampenlicht

Alle Augen bleiben weiterhin auf die Handelsgespräche zwischen den USA und China gerichtet. Aber auch die Haltung der US-Regierung gegenüber Europa rückt ins Blickfeld. Dass Washington in der kommenden Woche jedoch die oft diskutierten Autozölle gegenüber der EU ankündigt, ist unwahrscheinlich. Genauso spannend dürfte die Veröffentlichung des ZEW-Konjunkturindex werden, der die Bodenbildung in der hiesigen Wirtschaft bestätigen könnte. Ergänzend wird das Wachstum der deutschen Wirtschaft für das dritte Quartal gemeldet – trotz aller Aufhellung dürfte hier nur eine Stagnation oder sogar eine leichte Schrumpfung herauskommen.

Frankfurt, 8. November 2019

Amerika im Aktienglück 

Der amerikanische S&P 500-Aktienindex hat in dieser Woche sein Allzeithoch erreicht. Der Dax ließ sich nicht lumpen und schaffte es auf sein Jahreshoch. Was war passiert? Haben sich alle konjunkturellen und geopolitischen Nebelschwaden gelichtet? Mitnichten! Es gab täglich wechselnde Wasserstandsmeldungen über die Handelsgespräche zwischen den USA und China und auch nur gemischte Konjunkturdaten. Und völlig überraschend sind die Briten weiter in der EU, auch Premierminister Johnson hat den Brexit immer noch nicht hinbekommen. Die Berichtssaison der US-Unternehmen verläuft weiter euphoriebefreit. Von aufgeklarten Perspektiven für die Börsen kann also kaum die Rede sein, aber all dies und die von der US-Notenbank Fed gelieferte Zinssenkung haben in dieser Woche für freundliche Aktienmärkte gereicht.

 

Briten schalten in den Wahlkampfmodus

 

In der anstehenden Woche gibt es keinen echten Hingucker. So können die Marktteilnehmer ein wenig durchschnaufen. Es sind drei Themen, denen etwas Beachtung geschenkt werden darf: Der Brexit flackert auf, wenn sich am Mittwoch das britische Parlament auflöst und der Wahlkampf beginnt. Auch die Bank of England wird bei ihrer Sitzung Worte zum Brexit verlieren. Neue Konjunkturdaten sind von Interesse, hier könnten die Einkaufsmanagerindizes für den Dienstleistungsbereich Hinweise geben, ob die geopolitische Verkrampfung auf die Binnenwirtschaft stärker durchschlägt. Und schließlich schreitet die US-Bilanzsaison voran.

 

Frankfurt, 1. November 2019 

 
Oktober 2019

Ende einer Ära

Weniger die Wirtschaftsdaten als eine Personalie stand im Fokus der abgelaufenen Börsenwoche. Mario Draghi leitete seine letzte Zentralbankratssitzung. Umstritten wie die Geldpolitik der EZB in den vergangenen Jahren war, hat sie an den Finanzmärkten und in der Wirtschaft zu einer stabilen Entwicklung geführt. Obwohl der EZB-Präsident in seiner letzten Pressekonferenz von schwachen Wirtschaftsaussichten für den Euroraum berichten musste – die durch die Informationen aus dieser Woche bestätigt wurden -, blieben die Teilnehmer an den Aktienmärkten gelassen. Der Dax legte nochmals auf zwischenzeitlich neue Jahreshochs zu und befindet sich nun am oberen Ende seiner diesjährigen Seitwärtsbewegung. Ohne wirtschaftliche Impulse wird ein Ausbruch nach oben schwierig, auch weil die Notenbank unter Draghis Nachfolgerin Lagarde kaum mehr Munition für weitere geldpolitische Initiativen übrig hat. 

 Schwaches Wachstum und Zinssenkung

Es steht eine US-dominierte Woche bevor. Zunächst dürften die Daten zum Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal Spuren einer Abschwächung auch für die US-Wirtschaft aufzeigen. Im Wiederwahljahr ist das für den amtierenden Präsidenten eine gefährliche Entwicklung. Neben dem Außenhandel dürften auch die Investitionen die wirtschaftliche Dynamik belastet haben. Ferner tagt die US-Notenbank Fed. Zwar herrscht über die grundsätzliche Notwendigkeit einer weiteren geldpolitischen Lockerung kein Konsens, eine Zinssenkung ist jedoch trotzdem wahrscheinlich. Schließlich gibt es auch aus dem Euroraum Wachstumszahlen. Sie geben Auskunft darüber, wie stark die europäische Wirtschaft im dritten Quartal von der weltweiten Abkühlung betroffen ist.

26.10.2019

DAX springt auf Jahreshoch

Der Laie wundert sich und der Experte auch, denn der deutsche Aktienindex DAX ist in dieser Woche auf ein neues Jahreshoch von knapp 12.800 Punkten gesprungen. Dabei gab es doch aus Marktsicht einiges zu beklagen: Unwägbarkeiten beim militärischen Konflikt an der türkisch-syrischen Grenze, frische Strafzölle der USA gegen europäische Produkte in Verbindung mit den Airbus-Sanktionen und insgesamt wenig erbauliche Konjunkturdaten standen negativ zu Buche. Dabei enttäuschten speziell in den USA die Zahlen für Industrieproduktion und Einzelhandelsumsätze sowie in China Handels- und Bruttoinlandsprodukt. So mag es fast ausschließlich der Hoffnung auf den geordneten Brexit-Deal zwischen der EU und den Briten geschuldet sein, dass die Börsen weltweit freundlich gestimmt waren.

Draghi geht, Herausforderungen bleiben

In der kommenden Woche dürften die Märkte zunächst einmal die Abstimmung des britischen Parlaments zum Brexit-Deal am Samstag verarbeiten. Aber auch die letzte EZB-Sitzung unter der Leitung von Mario Draghi verspricht mehr als nur seine friedvolle Verabschiedung. Denn im Vorfeld äußerten einige Ratsmitglieder und auch ehemalige Notenbanker heftige Kritik am derzeitigen Kurs der Europäischen Zentralbank. Es gilt dort also, die kommunikativen Wogen zu glätten. Zum Wochenabschluss dürften wir mit Blick auf den ifo Geschäftsklimaindex gewahr bleiben, wie sehr die geopolitische Verkrampfung nach wie vor insbesondere auf den Industrieunternehmen lastet.

18.10.2019

Anämisches Wachstum

In den vergangenen Tagen gab es bei den akuten und krisenverdächtigen Themen so manche Wende. Von den wieder aufgenommenen Handelsgesprächen zwischen den USA und China kamen positive Signale. Auch mit Blick auf die Angst vor dem ungeregelten Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union vermag man derzeit wieder einen leisen Hoffnungsschimmer am Horizont erkennen, dass es doch noch zu einer Einigung kommen könnte. Zudem hat das Protokoll der September-Sitzung des EZB-Rats gezeigt, wie uneinig dieses Gremium im Hinblick auf eine weitere geldpolitische Lockerung ist. Die Aktienmärkte quittierten die ersten beiden Themen mit Kursanstiegen. An den Rentenmärkten kam es dagegen zu Kursverlusten, weil ein Teil der Leitzinssenkungserwartungen in Euroland ausgepreist wurde. Für die deutsche Konjunktur ist keine Wende in Sicht: Schwache Daten bestätigten das anämische Wachstum.
 
US-Berichtssaison nimmt Fahrt auf
Am kommenden Montag nimmt in den USA die Berichtssaison für das dritte Quartal Fahrt auf. Das US-Wachstum hat zuletzt an Schwung verloren. Da infolgedessen auch die Gewinnschätzungen deutlich nach unten revidiert worden sind, könnten in der Summe sogar leicht positive Überraschungen resultieren. Echte Freude wird jedoch nicht aufkommen. Das gilt wohl auch für den am nächsten Donnerstag startenden EU-Gipfel, bei dem neben der Brexit-Diskussion noch weitere zum Teil kontroverse Punkte anstehen. Diese reichen vom langfristigen EU-Haushalt über die Aspekte des Klimawandels bis hin zur Ernennung von Christine Lagarde zur neuen EZB-Präsidentin.

11.10.2019

Abschwungsängste

Insbesondere die auf breiter Basis rückläufigen Einkaufsmanagerindizes haben die Aktienmärkte weltweit zuletzt spürbar abrutschen lassen. Lange Zeit schienen sie immun gegen schwache Konjunktursignale, doch jetzt keimen angesichts der trüberen Unternehmensstimmung vermehrt Abschwungsängste auf. Hinzu kam die jüngste Entscheidung der Welthandelsorganisation WTO, dass die USA gegenüber der EU zusätzliche Zölle verhängen dürfen, weil der Flugzeughersteller Airbus unzulässige Subventionen eingestrichen hat. Damit könnte der Handelsstreit zwischen den USA und Europa eskalieren – und das ausgerechnet jetzt, wo wieder Hoffnung geschöpft wurde, dass die Handelskonflikt-Wogen zwischen den USA und China geglättet werden könnten. Das alles machte sich auch am Rentenmarkt mit – vor allem in den USA – nochmals sinkenden Renditen bemerkbar.
 
In der kommenden Woche stehen Nachrichten aus den USA im Rampenlicht. Da ist zum einen am Dienstag die US-Inflationsrate für September, die sich weiterhin stabil im Wunschbereich der Zentralbank bewegen dürfte und damit der Fed freie Bahn lässt für eventuelle weitere Leitzinssenkungen. Zum anderen gibt es wohl ab Donnerstag erneute Handelsgespräche zwischen den USA und China, die zur Folge haben könnten, dass die für 15. Oktober angekündigten Zollerhöhungen zunächst nicht umgesetzt werden. Aus deutscher Sicht spannend wird die Veröffentlichung des Dreiklangs aus Auftragseingängen, Industrieproduktion und Außenhandelszahlen.

04.10.2019

September 2019

Wirre Informationsflut

Eine überdurchschnittlich ereignis- und informationsreiche Woche hat Volatilität an den Finanzmärkten mit sich gebracht. Freundliche Markteröffnungen bröckelten im Tagesverlauf oder umgekehrt. Es konnte sich kein frischer, klarer Markttrend in der aktuellen Gemengelage herausbilden. Die deutschen Einkaufsmanagerindizes unterboten die bescheidenen Erwartungen, woraufhin der ifo Geschäftsklimaindex überraschend leicht gestiegen ist. Das britische Parlament darf nach der Entscheidung des Obersten Britischen Gerichtshofs wieder tagen - eine Niederlage für Premierminister Johnson. US-Präsident Trump droht ein Amtsenthebungsverfahren. Ein Hin und Her wird auch bezüglich der Handelsgespräche zwischen den USA und China vermittelt. Unter dem Strich stand an den Börsen ein leichtes Minus im Wochenvergleich.  

Konjunkturdaten im Rampenlicht

In der kommenden Woche können gewichtige Konjunkturindikatoren die Blicke der Marktteilnehmer auf sich ziehen, und zwar aus allen wichtigen Regionen der Welt. Es beginnt mit sehr moderaten Inflationsdaten aus der Eurozone am Montag. Von Dienstag bis Donnerstag werden Ergebnisse von Unternehmensbefragungen aus den USA, aus China, Japan und der Eurozone Aufschluss darüber geben, ob die geopolitische Verkrampfung anhält oder gar zugenommen hat. Uneingeschränkte Aufmerksamkeit findet am Ende der Woche der US-Arbeitsmarktbericht. Für die Märkte wird es bedeutsam sein, ob die Lohndynamik angesichts der sehr niedrigen Arbeitslosenquote weiter zunimmt.

27.09.2019

Konstruktive Börsenwoche

Die jüngsten militärischen Attacken auf Ölförderanlagen in Saudi-Arabien warfen die Aktienmärkte nicht aus der Bahn, allerdings wird das geopolitische Geschehen auf der arabischen Halbinsel von den Marktteilnehmern derzeit besonders genau verfolgt. Mindestens ebenso großes Interesse rief in dieser Woche die Sitzung der US-Notenbank hervor. Denn: Wie eine Woche zuvor bereits seitens der EZB geschehen, lockerte auch die Fed ihre Geldpolitik gemäß den Markterwartungen und hielt verbal die Tür für weitere Maßnahmen offen. Alles in allem bleibt zwar das Zinsniveau weiter im nun schon gewohnt tiefen Bereich. Allerdings haben die konjunkturellen Sorgen vor noch schwächeren Wirtschaftsergebnissen etwas nachgelassen. Den Aktienmärkten bescherte dies eine freundliche Wochentendenz.
 
Konjunktur-Informations-Woche im Euroraum

Es ist Konjunkturwoche im Euroraum: die monatlichen Stimmungsindikatoren aus den Unternehmen werden veröffentlicht. In Deutschland hat hierbei der ifo-Geschäftsklimaindex eine hohe Prognosekraft für das Wachstum im laufenden und im darauffolgenden Quartal. Der September war geprägt durch allerlei gegenläufige Ereignisse. So gab es eine spürbare Entspannung im Handelsstreit zwischen den USA und China. Im Vereinigten Königreich wurde zwar ein ‚No-Hard-Brexit-Gesetz‘ verabschiedet, doch Boris Johnson verfolgt den Austritt zum 31. Oktober weiter – koste es, was es wolle. Dagegen schürt der Drohnenangriff auf die saudische Ölinfrastruktur Sorgen vor einer weiteren Eskalation der Streitigkeiten im Persischen Golf. Im Endeffekt wird sich das ifo-Geschäftsklima im September wohl seitwärts bewegen.

20.09.2019

Europäische Zentralbank liefert

Nachdem sich das britische Parlament zu Beginn dieser Woche theatralisch in die Zwangspause verabschiedet hatte, bekam die Europäische Zentralbank (EZB) bei ihrem Zinsentscheid am Donnerstag die ungeteilte Aufmerksamkeit der Märkte – und sie lieferte. Der ohnehin schon negative Einlagensatz wurde um weitere zehn Basispunkte auf -0,5 Prozent gesenkt. Um die Banken zu entlasten, wird ab Ende Oktober eine Staffelung des Einlagensatzes eingeführt. Zudem kauft die EZB ab November wieder Anleihen, und zwar zeitlich unbegrenzt. Die EZB blieb sich bei der Begründung der zusätzlichen geldpolitischen Maßnahmen treu und verwies vor allem auf den schwachen Wachstums- und Inflationsausblick für die Eurozone. Die Aktienmärkte haben das Maßnahmenpaket mit Kursgewinnen quittiert, die Rentenmärkte hatten sich allerdings wohl mehr erhofft – die 10-jährigen Bundrenditen stiegen spürbar an.

Nun ist die US-Notenbank am Zug 

In der kommenden Woche wird die US-Notenbank (Fed) nahtlos an die Zinssenkung in Europa anknüpfen. Wir erwarten, dass sie am Mittwoch das Leitzinsintervall um 25 Basispunkte auf 1,75 Prozent bis 2,00 Prozent senken und diese Maßnahme als weiteren Versicherungsschritt insbesondere gegenüber globalen Wachstumsrisiken begründen wird. Im Schatten des Fed-Zinsentscheids werden nächste Woche die Daten zur Stimmung der Finanzmarktanalysten in Deutschland (ZEW-Konjunkturerwartungen) und die chinesische Industrieproduktion wohl etwas in den Hintergrund rücken. Im Brexit-Drama gibt es zwar keine angekündigten Termine, mit neuen Wendungen kann jedoch jederzeit gerechnet werden.

13.09.2019

Das Glas ist halbvoll

Die Wahrnehmung an den Finanzmärkten sah das Glas halb gefüllt und erneut eben nicht halb geleert. Die Italiener haben eine neue Regierung, im Brexit-Epos wurde der Durchmarsch von Regierungschef Johnson eingebremst und zwischen den Handelsstreithähnen USA und China herrschte relative Ruhe. So steigt der Deutsche Aktienindex wieder einmal über 12.000 Punkte und auch an den Anleihemärkten stellte sich ein etwas höheres Renditeniveau ein. 30-jährige Bundesanleihen rückten von unten an die Nulllinie heran. Für Deutschland wurde abermals ernüchternde Konjunkturdaten gemeldet. Indes zeigen Daten für die Eurozone sowie insbesondere für die USA, dass sich global betrachten kein freier Fall der wirtschaftlichen Aktivität abzeichnet. Das reichte in dieser Woche für eine hinreichend freundliche Stimmung an den Börsen.
 
Die EZB will und soll es richten

Anfang der kommenden Woche richten sich die Blicke abermals nach London. Rasch vor der Zwangspause im Parlament soll noch ein Gesetz zur Vermeidung eines No-Deal-Brexits am 31. Oktober verabschiedet werden. Dann aber rückt die Europäische Zentralbank in den Fokus: Die Erwartungen in Bezug auf eine weitere Runde der geldpolitischen Lockerung sind enorm. Die Kombination von Instrumenten (Senkung des Einlagensatzes bis hin zu erneuten Wertpapierkäufen) ist aber noch offen. Diese erwartete Stimulierung läuft interessanten Konjunkturdaten aus China (Außenhandel) und den USA (Preise und Einzelhandel) in der anstehenden Börsenwoche eindeutig den Rang ab.

07.09.2019

August 2019

Wieder etwas Zuversicht

Aufatmen an den Kapitalmärkten: endlich mal wieder eine Woche ohne neue Hiobsbotschaften. Zwar ist die Stimmung in den deutschen Unternehmen abgekühlt, aber sie befindet sich nicht im freien Fall. Das bestätigten der ifo-Geschäftsklimaindex und die Zahlen zum europäischen Wirtschaftsvertrauen. Selbst die Handelsgespräche zwischen den USA und China sollen wieder aufgenommen werden. Grund genug für die Börsianer, wieder etwas zuversichtlicher in die Zukunft zu blicken. Dagegen kann am Anleihemarkt von Zuversicht nicht die Rede sein. Immer noch bewegen sich die Renditen für deutsche Staatsanleihen tief im Minus. Dies könnte auch ein Zeichen dafür sein, dass die Finanzmärkte ihren Glauben an die Wirksamkeit immer neuer Maßnahmen der Europäischen Zentralbank verloren haben.

Brexit oder nicht Brexit
Das britische Parlament, das mehrheitlich gegen einen ‚No-Deal-Brexit‘ ist, steht in dieser ersten Sitzungswoche nach der Sommerpause unter enormem Handlungsdruck. Um einen ‚No-Deal-Brexit‘ am 31. Oktober zu verhindern, müsste entweder eine von allen Seiten akzeptierte Vereinbarung vorliegen, was wenig realistisch erscheint, oder aber die Europäische Union um einen weiteren Brexit-Aufschub gebeten werden. Konjunkturdaten kommen aus Deutschland mit der Industrieproduktion für den Juli. In den USA kann der Arbeitsmarktbericht Aufschluss darüber geben, ob die weltweit zu verzeichnende Wirtschaftsschwäche auch in der US-Wirtschaft angekommen ist.

31.08.2019

Flacher Konjunkturverlauf

Wenigstens befindet sich die Konjunktur nicht im freien Fall: Zwar weisen die neuesten Stimmungssignale aus der deutschen Industrie weiterhin auf eine Eintrübung der globalen Nachfrage nach Industriegütern hin, aber die Situation ist nicht vergleichbar zur Lage bei der Finanzkrise vor zehn Jahren. Wohl bleibt die Konjunkturbewegung in Deutschland weiterhin sehr flach, aber es mehren sich sie Anzeichen, dass die rückläufigen Erwartungen in diesem Jahr langsam einen Boden finden. Die Börsen quittierten dies mit Erleichterung, wenngleich die düsteren Wolken noch nicht vertrieben sind. Alle Augen bleiben auf die Notenbanken gerichtet. Die Geldpolitik war allerdings in den vergangenen Wochen so mit Zinssenkungserwartungen überfrachtet, dass geringere Enttäuschungen wohl nicht vermieden werden können. Dies könnte zwischenzeitlich auch den Nährboden für einen zaghaften Anstieg von Anleiherenditen bieten.

Bodenbildung erwartet – ifo-Geschäftsklimaindex gibt Aufschluss

Ob zumindest teilweise Entwarnung für die deutsche Konjunktur gegeben werden kann, werden die neuesten Zahlen des ifo-Geschäftsklimaindex in der kommenden Woche zeigen. Nach dem deutlichen Rückgang der vergangenen Monate wäre eine Bodenbildung der Erwartungen in der deutschen Industrie schon eine positive Nachricht. Nicht viel Neues dagegen wird es von der Inflation in Europa geben. Die Augustrate für die europäischen Verbraucherpreise könnte sogar wieder unter die Ein-Prozent-Marke fallen und damit die Europäische Zentralbank in ihren geldpolitischen Lockerungsplänen bestärken. Damit würde das niedrige Zinsniveau weiter fest einbetoniert.

24.08.2019

Missmutige Börsen

Die Stimmung an der Börse war schlecht, der Deutsche Aktienindex DAX gab spürbar nach. Hierzulande wurden Rezessionssorgen genährt, nachdem das Statistische Bundesamt einen marginalen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts im zweiten Quartal um 0,1 Prozent bekannt gegeben hatte. Alles in allem konnten sich die Aktienmärkte aber besser behaupten, als es hätte laufen können. Denn zu den bekannten Risiken Handelsstreit und Brexit droht auch noch Ungemach in Argentinien. Hinzu kommt, dass Neuwahlen in Italien vor der Tür stehen. Die Notenbanken sollen es richten und mit Zinssenkungen den Aktienmärkten Halt geben. Dies hat indes immense Auswirkungen an den Staatsanleihenmärkten: Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen liegt bei minus 0,7 Prozent und tut nicht nur bei genauerer Betrachtung in den Augen weh. Der Preis für Sicherheit ist damit auf Rekordhoch. Dass die hundertjährige österreichische Staatsanleihe bei gerade einmal 0,6 Prozent rentiert, ist ein kaum fassbarer Hingucker.

Bunter Informationsstrauß

Ein bunter Strauß von Informationen wird in der anstehenden Woche für die Finanzmärkte zu verarbeiten sein. Am Dienstag könnte es in Italien zum Misstrauensantrag gegen die Regierungskoalition kommen. Das würde den Boden für erfolgreiche Neuwahlen im Sinne des rechtspopulistischen Lega-Chefs Salvini bereiten. Die Einkaufsmanagerindizes geben am Donnerstag Aufschluss über die konjunkturellen Bremsspuren der geopolitischen Risiken. Ab Donnerstag blicken die Marktteilnehmer zum jährlichen Treffen von Notenbankern in Jackson Hole in die USA. Dort werden Herausforderungen und Vorgehensweisen für die Geldpolitik diskutiert.

16.08.2019 

 

Pause in der Abwärtsbewegung

Der positive Einfluss der Geldpolitik, die die Aktienmärkte bis in die zweite Julihälfte hinein mit immer niedrigeren Zinsen bei Laune hielt, wird schwächer. Mit den Ängsten um die Konjunktur brechen sich nun die negativen Einflüsse ihre Bahn an den Börsen. Die deutsche Konjunktur könnte noch in diesem Jahr eine leichte Rezession erleben, die europäische Wirtschaft läuft ebenfalls schwächer als erwartet. Dahinter steckt die verbreitete Verunsicherung über die Zukunft des Welthandels, was auch den Rückgang der Aktienkurse in den vergangenen Wochen erklärt. Selbst wenn sich die Kurse zum Ende dieser Woche wieder etwas stabilisierten, wird die Verunsicherung auch die kommende Zeit bestimmen. Spiegelbildlich stiegen die Anleihekurse in ungeahnte Höhen. Das bedeutet, dass Marktteilnehmer mit noch niedrigeren Notenbankzinsen rechnen – und dies für einen langen Zeitraum.
 
Ferienende rückt näher – Sommerloch an den Märkten bleibt
Die geringere Wirtschaftskraft der deutschen Konjunktur wird in der kommenden Woche durch die Veröffentlichung einer rückläufigen BIP-Entwicklung im zweiten Quartal untermauert werden. Die Stunde der Wahrheit schlägt in drei Monaten. Sollte dann auch noch das dritte Quartal negativ ausfallen, ist die deutsche Wirtschaft in eine Rezession gerutscht. Hinweise auf die konjunkturelle Entwicklung in den kommenden Monaten gibt die ZEW-Konjunkturumfrage. Alles andere als ein weiterer Rückgang wäre allerdings vor dem Hintergrund der tristen Lage in der Industrie eine Überraschung.

09.08.2019

Zinsen sinken weiter

Nach der Europäischen Zentralbank (EZB) hat sich nun auch die US-Notenbank (Fed) in Richtung einer lockereren Geldpolitik bewegt. Im Gegensatz zur bloßen Ankündigung hat die Fed auch schon gehandelt und den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte gesenkt. Die Fed schätzt zwar die Konjunktur in den USA als gar nicht so schlecht ein, sieht jedoch Gefahren der Abschwächung. Dem will sie mit einem frühen Zinsschritt entgegentreten. Die Aktienmärkte hatten bereits mit dieser Maßnahme gerechnet, jedoch fragen sich die Marktteilnehmer, wie stark denn angesichts von Handelsstreit und Problemen in der chinesischen Wirtschaft eine Eintrübung der US-Konjunktur ausfallen könnte. Auch in Europa wartet man auf bessere Konjunkturzahlen, bevor sich der Rückenwind der EZB für die Börse auch tatsächlich in höheren Kursen umsetzt. An den Anleihemärkten notieren mittlerweile fast alle deutschen Staatsanleihen zu negativen Renditen.

Abkühlung der Wirtschaft

Die kommenden Handelstage werden kaum von Konjunkturdaten beeinträchtigt. Am spannendsten sind noch die neuen Produktionszahlen aus Deutschland. Hier leiden die Unternehmen unter einem Rückgang der globalen Nachfrage nach Investitionsgütern. Zwar ist die Auslastung der Volkswirtschaft immer noch hoch, dies sagt allerdings mehr darüber aus, wie außerordentlich stark die weltweite Nachfrage in den vergangenen Jahren gewesen ist. Eine Abkühlung ist da eher als Normalisierung anzusehen. Je stärker jedoch die US-Regierung mit dem Zollschwert fuchtelt, desto schwieriger wird es für die Börsianer, Lichtblicke einer Stabilisierung zu finden.

02.08.2019

Juli 2019

Treibstoff für die Börse

Die Finanzmärkte schauten in der vergangenen Woche vor allem auf ein Ereignis: die Sitzung des Rates der Europäischen Zentralbank (EZB). Zwar wurden noch keine konkreten neuen Maßnahmen beschlossen, aber die Absichtserklärung der Notenbanker war unmissverständlich. Ab September ist mit weiteren Zinssenkungen und einer Wiederaufnahme der Anleihekäufe zu rechnen. Hintergrund sind die schwachen Konjunkturdaten, die gerade auch in Deutschland in den vergangenen Tagen mit einem leichteren ifo-Geschäftsklimaindex unterstrichen wurden. An den Aktienmärkten wurden die geldpolitischen Signale begrüßt, allerdings halten die besorgniserregenden Konjunkturdaten die Kurse noch in Schach. Wenn allerdings die konjunkturelle Schwächephase überwunden ist, werden sich die geldpolitischen Impulse als weiterer Treibstoff für die Börse herausstellen.

Notenbanken im Lockerungsmodus

Zwei ökonomische Ereignisse stehen im Mittelpunkt der kommenden Woche. Zunächst wird die Wachstumszahl für den Euroraum für das zweite Quartal gemeldet. Daraus können Rückschlüsse auf die offiziellen deutschen Daten gezogen werden. Zwar steht deren Veröffentlichung erst Mitte August an. Doch bereits jetzt ist klar, dass die Daten eine sehr schwache Konjunkturentwicklung anzeigen werden Die Frage lautet nur noch, wie schwach sie ausfallen. Am Mittwoch dann sind alle Augen auf die US-Notenbank gerichtet, die wahrscheinlich ebenso wie die EZB weitere geldpolitische Lockerungen signalisieren wird.

26.07.2019

Sommerflaute

An den Aktien- und Anleihemärkten geht das fröhliche Rätselraten weiter. Erraten werden soll, wann und wieviel zusätzlichen Treibstoff die Notenbanken in den kommenden Wochen für Märkte und Wirtschaft bereitstellen. Unterdessen berichten die Unternehmen weltweit über ihre Geschäftsentwicklung im zweiten Quartal. Dabei stellt sich heraus, dass die Gewinne kaum mehr ansteigen. Zahlreiche Gewinnwarnungen etwa von deutschen Unternehmen dokumentieren die Schwierigkeiten, welche die Firmen mit der weltweit schwachen Industrienachfrage haben. Solange jedoch die Zinsen so niedrig bleiben, stellen die Aktiendividenden eine der wenigen Alternativen für positive Ausschüttungen aus Wertpapieranlagen dar.
 
Wichtige Informationen bei geringen Umsätzen

Mit Spannung wird erwartet, ob die Europäische Zentralbank bereits geldpolitische Beschlüsse im Köcher hat oder diese für den Herbst vorbereitet. Wichtige Konjunktursignale wird das deutsche ifo-Geschäftsklima aussenden – allzu euphorisch werden diese wohl nicht ausfallen. In Großbritannien werden nach Abschluss der parteiinternen Wahl bei den Konservativen die Weichen für einen neuen Premierminister gestellt. Außerhalb der britischen Finanzmärkte sind die Marktreaktionen auf neue Wendungen beim Brexit jedoch äußerst begrenzt.

19.07.2019

Sorglosigkeit

Die Geldpolitik wird es schon richten, irgendwie und auf jeden Fall. Zumindest US-Börsen feierten sich in dieser Woche, was sich am Aktienindexverlauf des S&P500 ablesen lässt. Das Börsenbarometer stieg über 3.000 und der Dow Jones-Index kletterte über die Marke von 27.000 Punkten. Zinssenkungserwartungen an die US-Notenbank begründet diese mit der Verunsicherung um die Weltkonjunktur vor allem aus den Handelsstreitigkeiten. Scheinbar macht sich Sorglosigkeit an den Märkten breit, der die Aktienmärkte trägt und Zinsaufschläge an Anleihemärkten drückt. Risiko wurde in den letzten Tagen gesucht: Die Emission der 50-jährigen italienischen Staatsanleihe war bei einer Rendite von lediglich 2,84 Prozent vielfach überzeichnet. Immerhin, Produktionsdaten aus der Eurozone sowie Inflations- und Arbeitsmarktindikatoren aus den USA fielen ordentlich aus. Kein Grund zur Sorge um einen freien Fall der Konjunktur.

Blick ‘gen Osten: Wie geht‘s China?

Gleich am Montag werden wir erfahren, wie stark die chinesische Volkswirtschaft im zweiten Quartal gewachsen ist. Es sollte ein Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von mehr als 6 Prozent gemeldet werden. Ein solides Resultat, das trotz aller Unsicherheiten im Handelskonflikt mit den USA wahrscheinlich ist. Zumindest wird dort wieder miteinander verhandelt. Zur Wochenmitte erfahren wir dann, wie es um die amerikanische Industrie und den Einzelhandel bestellt ist. Den US-Daten kommt im Hinblick auf die Zinssenkungsphantasien eine hohe Bedeutung zu. Nicht zu vergessen ist, dass die Berichtssaison in den USA in der kommenden Woche startet.

12.07.2019

Notenbanken stehen Gewehr bei Fuß

Die Aktienmärkte stehen weiterhin unter widerstreitenden Einflüssen. So fällt die Konjunkturentwicklung  enttäuschend aus. In Deutschland klagt die Industrie über abschmelzende Auftragsbücher und kündigt Produktionseinschränkungen an. Im europäischen Maßstab sieht es zwar etwas freundlicher aus, aber unter der weltweiten Flaute im Industriesektor leiden auch andere Länder. Dagegen stehen die mehr oder weniger angekündigten weiteren Lockerungsschritte der Notenbanken. Im Euroraum wurde die Nominierung der gegenwärtigen IWF-Chefin Christine Lagarde zur künftigen EZB-Chefin als Signal für eine Fortsetzung der lockeren Geldpolitik gesehen. Dies unterstützt die Aktienmärkte, insbesondere dann, wenn sich die Konjunktur in den kommenden Monaten wieder etwas fangen sollte.
 
Wichtige Daten bei dünnen Märkten

Produktionszahlen aus Deutschland werden wohl zunächst noch die generell schwache Verfassung der weltweiten Industrie bestätigen. Diese Schwäche betrifft allerdings nicht die Binnenwirtschaft, wo noch immer kräftige Nachfrage herrscht. Langsam wandert dann der Fokus der Märkte in die USA, wo Notenbankchef Powell in der kommenden Woche vor dem Kongress Hinweise auf die Absichten der Fed geben könnte, ob die Zinsen bald wieder gesenkt werden.

05.07.2019

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