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Katers Welt

Sonderkolumne der Deka 

Katers Welt

Sonderkolumne der Deka 

In seiner wöchentlichen Kolumne gibt Dr. Ulrich Kater, Chefsvolkswirt der DekaBank - dem Wertpapierhaus der Sparkassen - seine Einschätzung zu aktuell relevanten Themen. 

Seitwärts – Stigma der Rezession vorerst gebannt

Die Aktienmärkte standen in den letzten Tagen ganz im Zeichen der Konjunkturnachrichten. So ging die Konsumnachfrage der privaten Haushalte in den USA im Dezember zurück. Allerdings sind es immer noch wenig Zahlen, die den verbreiteten Konjunkturängsten Nahrung geben. In Deutschland konzentrierte sich alles auf die Wachstumszahlen aus dem vierten Quartal 2018. Zwar fiel das Ergebnis mit einem Nullwachstum gegenüber dem Vorquartal mager aus, gleichwohl wurde immerhin das Stigma der Rezession – zwei negative Quartale in Folge – vermieden. Insgesamt fehlt es für dieses Jahr an einem klaren wirtschaftlichen Trend, weswegen es auch an den Märkten eher bei einer Seitwärtsbewegung bleiben sollte. Das gilt auch für die Zinsen, die fest an der Nulllinie kleben.

Ifo Geschäftsklima im Blickpunkt

Die Konjunktur bestimmt auch die Ereignisse in der bevorstehenden Börsenwoche. Die Stimmung bei den europäischen Unternehmen hat sich schon seit einiger Zeit deutlich verschlechtert. Es gibt vorsichtige Anzeichen einer Bodenbildung bei den Euroland-Einkaufsmanagerindizes im Februar, aber für viel mehr dürfte es nicht reichen, denn die Unsicherheitsfaktoren für die europäische Wirtschaft sind nach wie vor zahlreich. Das trifft auch auf die deutschen Unternehmen zu, daher sollte das deutsche ifo Geschäftsklima im Februar nochmals leicht nachgeben. In den USA werden die Protokolle der jüngsten Notenbanksitzung hoffentlich darüber Aufschluss geben, warum die US-Notenbank ihre Kommunikation seit der letzten Zinserhöhung Mitte Dezember vergangenen Jahres so drastisch aufgeweicht hat, dass die Märkte jetzt sogar Zinssenkungen erwarten.

15. Februar 2019 

Keine Entwarnung

Keine Entwarnung an den Aktienmärkten

Die anfänglich freundliche Entwicklung in den USA sowie in Europa in dieser Woche hielt nicht lange. Zu negativ waren die Meldungen aus der Konjunktur. In Deutschland steht es weiterhin Spitz auf Knopf, ob die Wirtschaft im vierten Quartal 2018 überhaupt gewachsen ist. Anderenfalls wäre es das zweite Quartal in Folge, in dem die Wirtschaft schrumpft, was eine technische Rezession bedeuten würde. Technisch deswegen, weil es Sonderfaktoren waren, die in Deutschland im vergangenen Jahr auf dem Wachstum lasteten. Ohne eine Verbesserung der konjunkturellen Stimmung und ohne Klarheit über den Ausgang des festgefahrenen Brexit-Verfahrens dürften alle Erholungsversuche an den Börsen wohl vergeblich bleiben.

Trübe Aussichten beim Brexit

Die Stunde der Wahrheit für die deutsche Konjunktur schlägt in den nächsten Tagen, denn am Donnerstag wird das Statistische Bundesamt die Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt für das vierte Quartal veröffentlichen. Ob das Wachstum nun negativ sein wird oder nicht: es wird schwach ausfallen. Die belastenden Sonderfaktoren, etwa in der Automobilproduktion, dürften jedoch langsam auslaufen, so dass die deutsche Konjunktur danach wieder Fahrt aufnehmen sollte. In den vergangenen Wochen haben mehr und mehr Unternehmen über die Unsicherheiten beim Brexit geklagt. Mit einer Zustimmung im britischen Parlament zum vielleicht noch etwas verbesserten Deal könnte diese Unsicherheit beendet werden. Die Aussichten dafür sind jedoch so undurchsichtig wie der berühmte Londoner Nebel.

08. Februar 2019 

Hammer aus den USA

Hammer aus den USA

Der Börsenhammer der Woche schlug in den USA zu. Die US-amerikanische Notenbank (Fed) verkündete eine Zinspause und ließ damit ihren Leitzins unverändert. An den Aktienmärkten wurde dies bereits als Beendigung des gegenwärtigen Zinsstraffungskurses der Fed interpretiert. Entsprechend freundlich fiel die Kursreaktion an den US-Börsen aus. Hierzulande allerdings hielten sich die positiven Effekte in Grenzen. Obwohl auch die Europäische Zentralbank deutliche Signale in Richtung Verschiebung von Zinserhöhungen gegeben hat, belasten doch die dunklen konjunkturellen Regenwolken den Börsenhimmel. Die Stimmungsindikatoren in Euroland haben ihren Abwärtstrend noch nicht beendet. Für Deutschland deuten sie kaum noch einen Zuwachs der Wirtschaftsleistung an. Die Unsicherheiten rund um den Brexit tragen da auch nicht zur Stimmungsverbesserung bei. 

Erster Stimmungstest im Februar: Sentix-Finanzumfrage

Nach enttäuschenden Umfrageindikatoren in der Eurozone im Januar richtet sich in der kommenden der Blick auf den Februar. Die Sentix-Finanzmarktumfrage zu Konjunkturlage und -erwartungen für die Eurozone eröffnet den Reigen der monatlichen Erhebungen und ist somit der erste Stimmungstest des Monats. Verglichen mit der vergangenen Umfrage zeigen sich die Aktienmärkte in merklich besserer Verfassung. Da allerdings zuletzt die Konjunkturindikatoren deutlich enttäuschten und die Prognosen spürbar nach unten korrigiert wurden, sollten die Erwartungen dennoch weiter fallen. Die Lageeinschätzung dürfte allein schon aufgrund ihres immer noch hohen Werts weiter nachgeben, sodass in der Summe das Sentix-Konjunkturklima abermals sinkt. 

1. Februar 2019

Januar 2019

Durchwachsene Konjunktur und niedrigere Zinsen

Obwohl die großen politischen Themen Brexit und Handelsstreit eine Auszeit nehmen, war es eine ereignisreiche Woche an den Kapitalmärkten. Die Konjunktur im Euroraum überraschte weiterhin mit Negativmeldungen. Die Umfragen zur Stimmung in der deutschen Industrie deuteten erstmals auf eine Stagnation, wenn nicht gar Schrumpfung hin. Ursache ist insbesondere die schlechte Lage im Automobilsektor. Die deutschen Autobauer haben sich immer noch nicht vom herbstlichen Produktionseinbruch im Zusammenhang mit den neuen Umweltstandards erholt. Daneben wird immer mehr deutlich, dass die Bestellungen für deutsche Industriegüter aus China schwächeln. Dass der Dax in dieser Börsenwoche trotzdem recht freundlich dreinblickte, lag an etwas anderem. Als Reaktion auf die schwachen Konjunktur- und Inflationsdaten sagte die Europäische Zentralbank ihre erste Zinserhöhung für dieses Jahr quasi ab. Das trieb Anleihe- und Aktienkurse nach oben.

Inflationsrückgang im Euroraum

Bedingt durch den Shutdown in den USA werden dort zurzeit nur wenige makroökonomische Daten veröffentlicht. Der Arbeitsmarktbericht für Januar ist hiervon jedoch nicht betroffen. In den Vereinigten Staaten gilt als beschäftigt, wer bezahlt wird oder arbeitet. Im Falle von 380.000 Staatsdienern ist dies durch den erzwungenen Stopp vieler Regierungsgeschäfte im vergangenen Monat nicht der Fall. Daher werden die Jobzahlen am Freitag deutlich nach unten verzerrt sein. Auch die US-Notenbank wird sich nach ihrem Zinsentscheid am Mittwoch schwertun, eine eindeutige Einschätzung zu geben. Und es gibt gute Nachrichten für die Verbraucher im Euroraum: Die Inflation wird wieder deutlich zurückgehen – auf einen Wert von knapp über einem Prozent.

25. Januar 2019 

Politische Lösungen gesucht

Politische Hängepartien, gegenseitige Schuldzuweisungen und Unklarheiten wo man nur hinschaut. Am Dienstag erlitt Premierministerin May eine laute Absage für ihren Deal eines geordneten Brexits. Aber schon am Folgetag erhielt sie das Vertrauen ihrer Partei als Regierungschefin geschenkt. Weiter so! Nur wie? Der Plan B soll in den nächsten Tagen präsentiert werden. Ein weiteres politisches Zerwürfnis sorgt in den USA dafür, dass die Behörden weiter geschlossen bleiben (Shutdown). Dass die Bevölkerung den Republikanern den Schwarzen Peter hierfür gibt, ficht Präsident Trump nicht an. Zurück in die EU: Ein mühevoll überstandenes Misstrauensvotum gegen den griechischen Regierungschef Tsipras hat den Finanzmärkten ebenfalls wenig Anlass gegeben, den guten Jahresstart unbekümmert fortzusetzen. Seitwärts ging es beim Deutschen Aktienindex und auch bei den Renditen von Bundesanleihen.

US-Berichtsaison könnte Impulse für die Börse liefern

Impulse für die Börsen könnten in der nächsten Woche, neben den politischen Risiken, von den Berichten der US-Unternehmen ausgehen. Mit starken Zahlen wartete der Bankensektor auf. US-Konjunkturdaten sind durch den Shutdown Mangelware. Weil die Angestellten nicht entlohnt werden, gehen sie auch nicht zur Arbeit. So richtet sich der Blick auf die Veröffentlichung des Bruttoinlandsprodukts in China und das ifo Geschäftsklima in Deutschland. Mögliche Belastungen aus dem Handelskonflikt zwischen den USA und China werden beäugt, mögliche Rezessionssorgen dort hineininterpretiert. Ihre Sicht der Dinge wird uns die Europäische Zentralbank am Donnerstag mitteilen und für Aufmerksamkeit an den Märkten sorgen.

18. Januar 2019 

„Deal or No Deal“

Die Aktienmärkte starten erste Erholungsversuche. Nach fulminantem Beginn in der Vorwoche konnte sich der Dax um einige Prozent verbessern und das erhöhte Niveau halten – ohne allerdings zu einer kräftigen Erholungsrallye anzusetzen. Aber dies kann noch kommen, denn mittlerweile sind die Enttäuschungen der Konjunktur an den Aktienmärkten verarbeitet worden. Diese Enttäuschungen haben sich mit den jüngsten Daten fortgesetzt: Ein weiter zurückgehendes Wirtschaftsvertrauen von Unternehmen und Konsumenten im Euroraum und rückläufige Produktionszahlen aus dem gerade beendeten Kalenderjahr prägten das Bild. Die Konsequenz daraus: Wenn es ganz dumm läuft, dann muss Deutschland Ende Januar eine sogenannte technische Rezession melden. Rezession deswegen, weil das Wachstum zwei Quartale hintereinander im negativen Bereich lag, technisch, weil diese Rückgänge aus Sonderfaktoren wie den Produktionsverzerrungen im Automobilsektor herrührten und nicht von Dauer sind.

 Der bange Blick Richtung Großbritannien

„Deal or No Deal, das ist hier die Frage“ – so lautet das Motto einer spannenden neuen Börsenwoche. Das britische Parlament stimmt über den von der britischen Regierung mit der Europäischen Union ausgehandelten Austrittsvertrag ab. Dieser Vertrag legt lediglich die Bedingungen für die danach beginnenden Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen fest. Diese von der Regierung May ausgehandelten Bedingungen sind aber vielen Parlamentariern zu strikt. Eine Ablehnung ist daher sehr wahrscheinlich. Dann geht es in die erste Verlängerung mit weiteren Abstimmungen. Sollte bis Ende März keine Einigung erzielt werden, ist der harte Brexit automatisch da. Das würde vorübergehend an den Börsen deutliche Reaktionen hervorrufen.

12. Januar 2019 

Keine guten Vorsätze

Zumindest an der Börse hält sich die Einlösung guter Vorsätze für das neue Jahr zu Beginn [noch] in Grenzen. Die Kurse für Staatsanleihen schossen nach oben, das bedeutet allerdings nur, dass die Zinserwartungen aufgrund von Konjunkturängsten weiter nach unten gerichtet sind. An den Aktienmärkten waren die alten Probleme auch die neuen: Unternehmen berichten jetzt von den Auswirkungen der im vergangenen Jahr erlassenen Handelsbeschränkungen, die Konjunkturausblicke bleiben mit Unsicherheit behaftet und im Vereinigten Königreich wird weiterhin der harte Brexit geprobt. Dass hierüber keine rechte Stimmung aufkommen will, ist verständlich. Irgendwann wird auffallen, dass die Welt nun wiederum auch nicht so schwarz ist, wie sie jetzt gemalt wird. Wann die Buntstifte wieder ausgepackt werden ist allerdings noch nicht gewiss.

Stimmung im Euroraum taucht in den Normalbereich ein

Die bevorstehenden Wirtschaftsdaten dürften nicht dazu angezeigt sein, die gegenwärtige Negativspirale zu durchbrechen. Aus dem November 2018 gibt es deutsche Produktionsdaten, die wahrscheinlich einen Rückgang der hiesigen Leistung im produzierenden Gewerbe ausweisen werden. Das Economic Sentiment, ein Stimmungstest bei Verbrauchen und Unternehmen im Euroraum, dürfte im Dezember einen guten Teil der Abwärtsbewegung anderer Stimmungsindikatoren nachgeholt haben und in den Normalbereich eingetaucht sein. In den USA ist die Inflationsrate der Verbraucherpreise im Dezember 2018 – erstmals seit Sommer 2017 – unter das Inflationsziel der US-Notenbank in Höhe von 2,0 Prozent gerutscht.

04. Januar 2019 

Dezember 2018

Versöhnliches Jahresende? Fehlanzeige!

Eine solche Konstellation wie 2018 – mit Verlusten über fast alle Anlageklassen hinweg – hat es an den Finanzmärkten nur selten gegeben. Deutsche Aktien, gemessen am DAX, fielen im Jahresverlauf von rund 13.000 Punkten auf unter 10.400 Punkte. Unternehmensanleihen wiesen auch im hochverzinslichen Bereich ein Minus aus. Gold, Silber und Rohöl haben sich verbilligt. Lediglich mit Staatsanleihen war in diesem Jahr etwas Geld zu verdienen, insbesondere mit den guten alten deutschen Bundesanleihen. US-Präsident Trump hat es zum Jahresende wieder einmal geschafft, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen: Kurz vor Weihnachten ist die dritte US-Haushaltssperre in diesem Jahr in Kraft getreten, denn Trump knüpft seine Unterschrift unter den Überbrückungshaushalt an die Bedingung, dass fünf Milliarden US-Dollar für den Bau der Grenzmauer zu Mexiko bereitgestellt werden.  

Neues Jahr mit alten Themen

Die US-Haushaltssperre dürfte wohl über den Jahreswechsel hinaus anhalten. Die Einkaufsmanagerindizes in den weltgrößten Volkswirtschaften China und USA werden zum Jahreswechsel einen Einblick in die Unternehmensstimmung gewähren. Für eine Wende zum Besseren fehlen aber die Argumente. Denn altbekannte Themen begleiten uns nahtlos ins neue Jahr: Der Handelskonflikt ist trotz Atempause nicht gelöst. Den Brexit in geordnete Bahnen zu lenken, wird immer mehr zu einem Wettlauf gegen die Zeit. Und schließlich werden die Notenbanken den Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik weiter verfolgen. Für Anleger bauen sich allerdings gerade mit den Kurskorrekturen an Aktien- und Anleihemärkten neue Möglichkeiten auf.

28. Dezember 2018

Kein Weihnachtsgeschenk von der Börse

An den Börsen wollte in der zurückliegenden Woche einfach keine Weihnachtsstimmung aufkommen. Vielmehr kamen auch noch die über das Jahr hinweg noch gut gelittenen US-Börsen unter die Räder. Die Nachrichten aus der Politik bleiben inkonsistent – seien es die Entscheidungen von US-Präsident Trump, seien es die finanzpolitischen Querelen zwischen Italien und der EU-Kommission, oder sei es die Brexit-Perspektive. Makroökonomisch gab es einen Hingucker mit der Sitzung der US-amerikanischen Notenbank Fed. Diese hat die Zinsen erwartungsgemäß angehoben, den moderaten konjunkturellen Ausblick weitgehend bestätigt und den weiteren Zinserhöhungspfad etwas flacher gezeichnet. Dies reichte den Märkten aber nicht. Sie hatten mit dem Ende der Zinserhöhungen geliebäugelt, also ging es auch aus diesem Grund südwärts auf dem Aktienparkett.  

Zwischen den Jahren sind keine Sternschnuppen in Sicht

Zwischen Weihnachten und Silvester stehen keine nennenswerten Ereignisse im Wirtschaftskalender. Zeit zur Besinnung und zum Durchschnaufen, mag man meinen. Wenn indes die amerikanischen Aktienmärkte noch etwas durchschnaufen im Sinne von nachgeben, dann könnte dieser Monat als schlechteste Dezember in die Börsengeschichte eingehen. Bisher erging es Aktionären in den USA nur im Jahr 1931 etwas schlechter. Kurzfristige Stimmungsaufheller von politischer Seite stehen nicht auf der Agenda. Immerhin ist die Bewertung für Aktien spürbar attraktiver geworden, auch wenn die Gewinnerwartungen nachgegeben haben.

21. Dezember 2018

Austritts-Chaos

Eine Woche im Brexit-Fieber. Eine verschobene Abstimmung in London und weiterhin Ratlosigkeit angesichts der eigentlich vorhersehbaren Schwierigkeiten, die Zollunion mit Irland und damit auch mit der Europäischen Union zu verlassen. Die Auswirkungen eines harten Brexits auf die Finanzmärkte wären heftig, insbesondere im Vereinigten Königreich selbst. Trotz des Chaos bleibt ein harter Brexit weiterhin die am wenigsten wahrscheinliche Variante – nach einer Annahme des „Deals“ oder einer Verschiebung der Entscheidung. Gute Nachrichten, etwa die verbesserten Aussichten im Handelsstreit zwischen den USA und China, nehmen die Märkte gegenwärtig kaum auf. Wichtig war in dieser Woche auch der sich verdichtende Eindruck, dass die geldpolitische Wende kleiner und kürzer ausfällt als erwartet. Nach der US-Notenbank (Fed) kommunizierte auch die Europäische Zentralbank (EZB) eher vorsichtig über Konjunkturperspektiven und Möglichkeiten zu Zinserhöhungen.

Stimmungstest bei hiesigen Geschäftsklima

In der neuen Woche steht mit dem ifo Geschäftsklimaindex ein Stimmungstest der deutschen Konjunktur bevor. Die Nachrichtenlage schwankt zwischen Sorge und Erleichterung. So waren zuletzt Meldungen von US-chinesischen Verhandlungen oder einem leichten Einlenken der italienischen Regierung im Haushaltsstreit geeignet, die Stimmung aufzuhellen. Doch gleichzeitig findet eine öffentlichkeitswirksame Abwärtsrevision von Konjunkturprognosen statt und der Brexit nimmt immer chaotischere Züge an. Vorweihnachtliche Freude will da nicht aufkommen. Schließlich wird die Fed sehr wahrscheinlich ihre vierte Leitzinserhöhung in diesem Jahr beschließen. Spannend wird der Ausblick, den sie damit verbindet.

14. Dezember 2018 

Öl ins Feuer

Die zurückliegenden Handelstage waren nichts für schwache Nerven. War der G20-Gipfel mit Blick auf die Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China noch halbwegs konstruktiv ausgegangen, blieb das Aufatmen an den Börsen nur von sehr kurzer Dauer. Mit der Verhaftung der Finanzchefin des chinesischen Telekommunikationsausrüsters Huawei in Kanada auf Geheiß der USA, wird deutlich, dass die USA bereit sind, Öl ins Feuer zu gießen und den Konflikt mit China auf eine neue Ebene zu heben. Es sind die Sorgen vor einer Eskalation des Konflikts, die die Nervosität an den Märkten hoch halten. Auch der Ölpreis geriet unter Druck. Der Grund: Die OPEC konnte sich am Donnerstag nicht auf ein festes Kürzungsziel einigen. Die USA bringen mehr Angebot an den Ölmarkt. Ende November sind die Amerikaner zum ersten Mal seit 70 Jahren zu einem Öl-Nettoexporteur geworden, was den Ölpreis zusätzlich belastet.

Blick richtet sich Richtung London und Brüssel

Vermutlich bietet die Europäische Zentralbank am bevorstehenden Donnerstag etwas Ruhe für die Märkte. Wenn sie bei den Stabsprojektionen allein energiepreisbedingt ihre Inflationsprognosen reduziert, ansonsten aber ihren hinreichend gelassenen Konjunkturausblick bestätigt, würde das schon guttun. Von anderen Stimmungsindikatoren wie Einkaufsmanagerindizes wird der Marktfokus indes in Richtung London und Brüssel gelenkt: Das britische Parlament soll bei aller Zerstrittenheit bezüglich des Brexits am Dienstag über das Austrittsabkommen abstimmen. Am Donnerstag dürfte die italienische Finanzpolitik ein sensibler Diskussionspunkt sein.

07. Dezember 2018 

November 2018

Hört, hört, die US-Notenbank hat gesprochen!

Die abgelaufene Woche bot tendenziell freundliche Aktienmärkte und geringere Renditen an den Rentenmärkten. In den vergangenen Monaten waren in der Regel politische Risiken – stichwortartig hier nur ein paar Beispiele: Handelskonflikt, Brexit und Italien – marktbewegend. Nun hat sich die US-amerikanische Notenbank, die Fed, einmal in den Vordergrund gerückt. Der Ton des Protokolls der letzten Sitzung knüpft an die Kommentare von Fed-Chef Jerome Powell vom Mittwoch an, wonach die Normalisierung der US-Geldpolitik die Leitzinsen schon recht nahe an das neutrale Zinsniveau gebracht hat. Dies wurde an den Märkten derart interpretiert, dass weniger Zinserhöhungen noch bevorstehen als bislang erwartet. Dazu passte ergänzend, dass auch im Geleit der gesunkenen Ölpreise die Inflationserwartungen an den Märkten zurückgegangen sind. Dies wurde an den Börsen wohlwollend aufgenommen.

G20 Gipfel und OPEC-Treffen werfen ihre Schatten voraus

In den nächsten Tagen gibt es für die Finanzmärkte viel zu verarbeiten. Schon allein der G20-Gipfel wird speziell mit Blick auf den Handelskonflikt zwischen den USA und China aufmerksam beäugt, ob der Eskalationszug beschleunigt oder etwas Fahrt rausnimmt. Aufmerksamkeit wird auch dem OPEC-Treffen am Donnerstag geschenkt werden, wenn Förderkürzungen beschlossen werden, um den Ölpreis zu stabilisieren. Durchaus gewichtige Konjunkturindikatoren von Einkaufsmanagerindizes bis hin zum US-Arbeitsmarktbericht dürften zu einem moderaten konjunkturellen Expansionstempo passen und auch deshalb an den Märkten vermutlich nicht so stark wahrgenommen werden.

30. November 2018

Noch keine Entwarnung

Trotz der versöhnlichen Töne der Präsidenten der USA und Chinas mit Blick auf ihr Treffen beim G20-Gipfel in Buenos Aires herrscht am Markt weiterhin Skepsis, dass der Handelskonflikt entschärft werden kann. Aus Marktsicht könnte eine positive Überraschung auf diesem Feld der entscheidende Katalysator sein, um zum Jahresende hin noch eine anhaltende Stimmungsverbesserung an den Aktienmärkten auszulösen. Der starke Rückgang beim Rohölpreis geht weiter: Er ist auf einen neuen Tiefpunkt gefallen und liegt knapp 30 Prozent unter dem Stand von Anfang Oktober. Dies wird sich in den kommenden Monaten stark dämpfend auf die globale Inflation auswirken und damit die Zinserhöhungsängste an den Kapitalmärkten beruhigen. Steigende Besorgnis dagegen löst die staatliche Finanzlage in Italien aus, wo Auktionen von Staatsanleihen nur noch schleppend vorangehen.

Die europäischen Frühindikatoren deuten eine deutliche Abkühlung der Stimmung im verarbeitenden Sektor an. Das gilt auch für China. Allerdings profitiert dort die Exportwirtschaft noch von vorgezogenen Bestellungen, um den befürchteten Zollerhöhungen in den USA zu Jahresbeginn zu entgehen. Die weiterhin solide Investitionstätigkeit im verarbeitenden Gewerbe spricht auch dafür, dass die Geschäftsaussichten noch immer als solide eingeschätzt werden. Die Inflation im Euroraum dürfte im November nur geringfügig auf 2,1 Prozent zurückgegangen sein. Der gesunkene Ölpreis hat sich bei den Verbrauchern bislang zwar erst in geringem Ausmaß bemerkbar gemacht, mit weiteren Rückgängen bei Preisen für Benzin und Heizöl ist jedoch zu rechnen.

23. November 2018 

Im Bann des Brexit

Der Brexit-Deal zwischen der britischen Regierung und der EU-Kommission bestimmte in dieser Woche die Schlagzeilen und den Kurs des Britischen Pfundes. Die Ereignisse zeigen, wie schwierig es für einen kleineren Partner ist, wirtschaftliche Interessen gegenüber einem mehrfach größeren Markt durchzusetzen. Wirtschaftliche Offenheit schränkt die eigene Souveränität ein, und zwar unabhängig von der Mitgliedschaft in einer Union – das ist die Lehre des bisherigen Brexit-Projekts. Neben der Abwertung des Pfundes tragen die unsicheren Perspektiven rund um den Brexit nicht gerade zur Risikobereitschaft bei. Zusammen mit dem ebenfalls unsicheren Konjunkturausblick führten sie zu weiteren Kursrückgängen bei europäischen Aktien und vor allem Unternehmensanleihen. Darin spiegeln sich insbesondere die drohenden Belastungen für das europäische Bankensystem wider.

Die Entwicklung in Euroland hat im dritten Quartal enttäuscht, wie der jüngst gemeldete Rückgang des deutschen Bruttoinlandsprodukts deutlich machte. In der kommenden Woche werden die Einkaufsmanagerindizes zeigen, wie es weitergeht mit der europäischen Konjunktur. Nach den Rückgängen in den Vormonaten ist mit einer Konsolidierung zu rechnen, insbesondere bei den Teilindizes für Dienstleister und Industrie. Die Konjunktureintrübung bildet sich mittlerweile ausreichend in den Stimmungsindikatoren wie in den Kursen ab. Daneben wird die kommende Woche selbstverständlich weiterhin unter dem Eindruck der Entwicklung im Vereinigten Königreich stehen: Shakespeare hätte es nicht spannender gemacht.

16. November 2018 

Zögerliche Erholung

Investoren schätzen den Wahlausgang in den USA als positiv für Unternehmenswerte ein, wobei Technologieaktien in den USA verlorenes Terrain zurückgewinnen konnten. In Europa war die Kurserholung angesichts vielfältiger Risikofaktoren weitaus zäher. Hauptrisiko bleibt der steigende US-Zinstrend. Zwar beließ die Fed die Leitzinsen unverändert, aber die Erwartungen auf weitere Zinsschritte wurden bestätigt. In Italien geht die unheilvolle Entwicklung weiter: Die Eurogruppe fordert Rom auf, bis zum 13. November einen revidierten Haushaltsplan bei der EU-Kommission einzureichen. Sollte Italien an der aktuellen Politik festhalten, kann ab der ersten Dezemberhälfte ein Defizitverfahren gegen das Land eröffnet werden. Prekärer allerdings wird in den kommenden Monaten die Bereitschaft der Finanzmärkte sein, den enormen Finanzbedarf des italienischen Staates wie der Banken zu erfüllen.

Deutsches Bruttoinlandsprodukt im Fokus

In der kommenden Woche steht Deutschland im Mittelpunkt der Datenveröffentlichungen. Die Steigerungsrate des Bruttoinlandsprodukts wird für das dritte Quartal einen Einbruch aufweisen. Die Gründe: eine enttäuschende außenwirtschaftliche Nachfrage und Produktionsdrosselungen der deutschen Automobilindustrie. In den USA steht die Entwicklung der Inflation im Mittelpunkt. Die US-Verbraucherpreise dürften im Oktober relativ kräftig gegenüber dem Vormonat angestiegen sein. Knapp die Hälfte des Anstiegs beruht auf volatilen Energiepreisen, die aktuell schon wieder deutlich zurückgehen. Insgesamt werden die Daten bestätigen, dass die grundsätzliche Inflationsentwicklung im Zielbereich der amerikanischen Notenbank liegt.

9. November 2018

Erholung an den Aktienmärkten

Nach den schmerzhaften Verlusten an den Aktienmärkten im Oktober setzte in dieser Woche die Erholung ein. Die Risikowahrnehmung ging zurück. Die Erholung der Aktienkurse basiert neben technischen Faktoren auf weiterhin guten Unternehmensberichten im dritten Quartal. Wirtschaftsdaten spielten hingegen eine eher geringe Rolle. Einige Frühindikatoren bestätigten die begonnene langsame und moderate Abkühlung der Konjunktur, ohne dass dabei mit stärkeren Einbrüchen bei der Wirtschaftsaktivität zu rechnen ist. Auch der Ölpreis gab weiter nach. Die Notenbanken bekundeten erneut, von ihren angekündigten Maßnahmenpfaden nicht abweichen zu wollen. Auch die Risiken um die italienischen Staatsfinanzen kümmerten in dieser Woche wenig, selbst wenn nach dem Nullwachstum im dritten Quartal die Wachstumsziele im kommenden Jahr kaum
mehr erreichbar erscheinen.  

US-Kongresswahlen beeinflussen Handelspolitik wenig

Die positive Reaktion der Aktienmärkte auf den Kommentar von US-Präsident Trump, dass er eine Übereinkunft im Handelskonflikt mit China anstrebe, unterstreicht die hohe Bedeutung des Treffens zwischen Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi beim G20-Gipfel in Buenos Aires Ende November. Auch wenn ein schneller Vertragsabschluss illusorisch erscheint, würde der Beginn von Verhandlungen im Markt zumindest die Sorgen vor einer Verschärfung der Handelssanktionen und den damit verbundenen Konjunkturrisiken dämpfen. Die in der kommenden Woche anstehende Kongresswahl in den USA wird die Handelspolitik des Präsidenten
wenig beeinflussen, denn selbst wenn die Demokraten die Mehrheit erobern, kann Trump in Handelsfragen weitgehend autonom entscheiden.

2. November 2018

Oktober 2018

Konjunktursorgen lasten auf den Aktienmärkten

Der Oktober macht seinem Image an den Aktienmärkten alle Ehre. Auch in der zweiten Hälfte setzten sich die Kursverluste international fort. Die Renditen gaben leicht nach, der US-Dollar tendierte fester. Hinter diesen Bewegungen stecken Unsicherheiten um den Fortgang der Konjunktur. Das ist nach einem fast ein Jahrzehnt andauernden Aufschwung in den USA und in Europa nichts Ungewöhnliches und war eigentlich auch erwartet worden. In einer solchen Lage wirken sich jedoch politische Unsicherheiten wie Handelsstreit, Brexit oder Italien doppelt negativ aus. Die Diskussion um die Konjunktur wird anhalten, allerdings sind die Aussichten für das kommende Jahr weiterhin solide. Auch das Verhalten der Notenbanken wird jetzt aufmerksam beobachtet. Anders als früher hat aber die US-Fed bereits signalisiert, dass die Stabilisierung der Aktienmärkte nicht zu ihren Aufgaben zählt.

Gerade in unsicheren Phasen können Wirtschaftsdaten an den Aktienmärkten besonders wichtig werden. Hier liegt in der kommenden Woche das Augenmerk insbesondere auf den US-amerikanischen Arbeitsmarktzahlen, die als zuverlässiger Gradmesser für die US-Konjunktur gelten. Eine negative Überraschung würde den Konjunkturpessimisten neue Nahrung verleihen. Auf der anderen Seite arbeitet die US-Wirtschaft immer noch unter Hochdruck, wie die Veröffentlichung des Bruttoinlandsprodukts für das dritte Quartal bestätigt hat. Insgesamt hat der Aktienmarkt jetzt bereits viel, vielleicht zu viel an Risiken eingepreist.

26. Oktober 2018 

Märkte mit italienischen Kopfschmerzen

Die Liste der politischen Risiken bleibt lang, und so konnten sich die Finanzmärkte in den vergangenen Tagen am ergebnisarmen EU-Gipfel zum Brexit oder auch an Saudi-Arabien abarbeiten. In den Vordergrund drängt sich aus Marktsicht freilich Italien, genauer der ausgabenfreudige Haushaltsentwurf, den die Regierung der EU-Kommission vorgelegt hat. Erste Reaktionen aus Brüssel deuten darauf hin, dass der Haushaltsplan mit hoher Wahrscheinlichkeit zurückgewiesen wird. Da die EU-Kommission diesmal offensichtlich kein „Auge zudrücken“ wird, belastet der politische Konflikt die Marktstimmung. Auch wenn am Ende die steigenden italienischen Finanzierungskosten die Regierung dazu bewegen dürften, Anpassungen am Haushalt vorzunehmen, fiel die Erholung der Aktienmärkte nach der deutlichen Korrektur Anfang Oktober bislang sehr verhalten aus.

Zwischen Anspannung und Gelassenheit

In der anstehenden Woche werden wir sehen, ob und welche Spuren die politischen Risiken bei der Konjunktur hinterlassen. Die Einkaufsmanagerindizes und vor allem das ifo Geschäftsklima werden veröffentlicht. Die Rückgänge der Indikatoren in den vergangenen Monaten hatten mit schon mehr Realismus bei der Unternehmensstimmung einziehen lassen. Weitere Rückgänge müssen vom Markt erst einmal verdaut werden. Die Europäische Zentralbank wird sich am Donnerstag mit ihrer Politik und den Perspektiven für die Inflation wohl gelassen zeigen. Wenn am Wochenschluss dann noch ordentliches Wachstum aus den USA vermeldet wird, dürfte dies die Konjunktursorgen etwas dämpfen.

19. Oktober 2018

Korrekturwelle aus Amerika

In der zweiten Oktoberwoche sind die weltweiten Aktienmärkte in Bewegung gekommen, dieses Mal ging es nach unten. Der US-amerikanische S&P-Index verlor teilweise mehr als 6 Prozent, der europäische Eurostoxx mehr als 4 Prozent, der Dax ebenfalls. Die Bewegung ging von den Vereinigten Staaten aus und hatte keinen erkennbaren Anlass. Trotz des Rückwärtsgangs liegen die Kurse in den USA seit Jahresbeginn immer noch mit einem Plus von etwa 2 Prozent vorn. Der US-Dollar tendierte etwas schwächer, was gegen eine gesteigerte Risikowahrnehmung mit Flucht in die sicheren Häfen spricht. Die Anleihemärkte reagierten mit einem Rückgang der Renditen in einem in den letzten Wochen deutlich ansteigenden Trend. Es gab keine Ansteckungseffekte in Richtung Schwellenländer. Die Tatsache, dass der IWF seine Konjunkturprognose für die Weltwirtschaft um zwei Zehntel heruntergenommen und die weltweite Verschuldung als zu hoch bezeichnet hat, war keine Neuigkeit und war insofern nicht der Grund für die Kursbewegungen. Die fundamentale Umgebung der Finanzmärkte bleibt unverändert: Weder gibt es neue Informationen zur Konjunktur noch zur Politik der Notenbanken, die ihren seit langem angekündigten geldpolitischen Pfad planmäßig beschreiten.

Wirtschaftliche Verfassung besser als die aktuelle Stimmung

Größere Konjunkturdaten stehen in der kommenden Woche nicht an. In bewegteren Zeiten an den Aktienbörsen können jedoch alle Arten von Daten vorübergehend marktbewegend wirken. In der kommenden Woche wird das chinesische Bruttoinlandsprodukt erwartet. Obwohl viele Indikatoren auf eine Abschwächung auch in China
hinweisen, werden die Zahlen dies nicht widerspiegeln. Insgesamt ist die fundamentale Lage allerdings nicht so schlecht, wie es die Stimmung nahelegt. Ob es ein freundliches Jahresende an den Märkten gibt, hängt auch vom Ausblick der Unternehmen in der Quartalsberichterstattung an, die gerade begonnen hat. Schließlich werden auch die politischen Themen, wie der Haushaltsstreit in Italien oder die Handelskonfrontation mit China immer wieder Schlagzeilen liefern, die ihre Spuren in den Kursverläufen zeigen.

12. Oktober 2018

Politik treibt Märkte vor sich her

Einmal mehr waren die Märkte in dieser Woche Spielball der Politik. Insbesondere der Haushaltsstreit mit Italien belastete die Stimmung. Nachdem die EU-Kommission klar gemacht hatte, dass sie den italienischen Haushaltsentwurf in der vorliegenden Form ablehnen würde, sprach Regierungschef Di Maio von „Marktterrorismus“, der von der EU geschürt würde. Ein Berater der rechtspopulistischen Lega spekulierte gar über eine eigene Währung. Doch schon einen Tag später schien Rom um Deeskalation bemüht und brachte eine verringerte Defizitprognose ins Spiel. Erfreulich war aus Marktsicht die Einigung der USA mit Kanada und Mexiko auf eine NAFTA-Reform. Auch die US-Konjunktur läuft weiter prächtig. Vom Arbeitsmarkt kamen starke Signale, und entsprechend schätzte US-Notenbankchef Powell die Entwicklung der Konjunktur als „bemerkenswert positiv“ ein, was die Anleihemärkte mit merklichen Renditeanstiegen quittierten.

IWF-Tagung wartet mit aktualisierten Konjunktur-Prognosen auf

In der kommenden Woche müssen die Märkte die Wahlergebnisse aus Brasilien einordnen. Dort macht sich der rechtspopulistische Kandidat Bolsonaro Hoffnungen, in die zweite Runde der Präsidentschaftswahl zu ziehen und Präsident Temer abzulösen. Interessant wird auch die Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds in Indonesien ab Montag werden. Dabei werden die aktualisierten Konjunkturprognosen für die Weltwirtschaft veröffentlicht. Bei den Gesprächen zwischen Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Notenbanken dürften die Handelsstreitigkeiten eine wichtige Rolle spielen.

05. Oktober 2018 

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